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Wissen Steigt mit den Temperaturen auch die Unfallgefahr?
Nachrichten Wissen Steigt mit den Temperaturen auch die Unfallgefahr?
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16:01 01.08.2018
Die Hitze macht vielen Menschen dieser Tage zu schaffen, das macht sich laut ADAC auch in der Unfallstatistik bemerkbar. Quelle: animaflora - stock.adobe.com
Frankfurt/Main


Hitze, warme Nächte und mancherorts schwüle Gewitterluft - ist dieses Wetter besonders gefährlich? Und macht es manche Menschen womöglich zu einem Risikofaktor? Eine bereits vor Jahren veröffentlichte Untersuchung der ADAC-Unfallforschung lässt das zumindest vermuten.

Danach ereignet sich jeder siebte Verkehrsunfall mit Verletzten an heißen Sommertagen mit Temperaturen von 25 Grad und mehr. Hauptursache sind vor allem Fahrfehler durch mangelnde Konzentration, hieß es damals in der Studie.

Zahl der Unfälle steigt mit den Temperaturen

Nach Angaben eines Sprechers sind die Ergebnisse auch heute noch aktuell. Allerdings wurden keineswegs sämtliche Verkehrsunfälle berücksichtigt, sondern die schweren Unfälle untersucht, bei denen die Luftrettung zum Einsatz kam, erläuterte ein Sprecher. Immerhin: An Tagen mit einer Temperatur von weniger als 15 Grad liegt der Anteil der „konzentrationsrelevanten“ Unfälle bei 47 Prozent. Im Sommer dagegen steigt er mit den Temperaturen auf 63 Prozent an.

Harte wissenschaftliche Tatsachen für ein höheres Unfallrisiko an heißen Tagen lassen sich schwer aufbringen, meint der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann. Das liege auch an den unterschiedlichen Verkehrsverhältnissen an heißen Sommertagen. „In der Stadt gibt es ferienbedingt deutlich weniger Verkehr, dafür sind viel mehr Fahrrad- und Motorradfahrer unterwegs.“

Reizbarkeit an Hitzetagen deutlich höher

Allerdings sieht Brockmann durchaus Anzeichen für ein höheres Unfallrisiko. „Die Reizbarkeit an Hitzetagen ist deutlich höher“, sagt er. Das könne dann auch zu aggressiverem oder risikobereiteren Verhalten im Verkehr führen. Im prallen Sonnenlicht können Autofahrer entgegenkommende Radler oder Motorradfahrer unter Umständen schwer und möglicherweise zu spät erkennen. Hinzu kommt Dehydrierung, wenn ein Fahrer trotz heißer Temperaturen nicht genug getrunken hat. „Das kann zu extremen Konzentrationsschwächen führen.“

Klimatisierte Büros schützen vor Hitzeeinwirkungen

Die Symptome zeigen sich auch im Arbeitsalltag: Vor allem bei Arbeiten im Freien muss deshalb auf Trink-Pausen und Sonnenschutz geachtet werden, warnt Jörg Feldmann, Sprecher der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund. „Bei körperlicher Arbeit erhöht sich die Körpertemperatur. Da ist bei Hitze die Gefahr wesentlich größer, dass es zu einem Hitzschlag kommt.“ Das gelte vor allem bei fehlender Kopfbedeckung. In klimatisierten Büros hingegen sei die Hitze draußen kein größeres Problem - auch wenn der Körper durch die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen gestresst werde.

Ältere und kranke Menschen besonders gefährdet

Hohe Temperaturen können vor allem für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich sein, aber auch für ältere und pflegebedürftige Menschen. „Weil der Körper im Alter die Temperatur nicht mehr gut regulieren kann und auch das Durstgefühl abnimmt, besteht immer die Gefahr von Flüssigkeitsmangel und Überhitzung“, sagt Dagmar Jung, Referentin für angewandte Gerontologie bei der Diakonie Hessen. In Alters- und Pflegeheimen werden den Bewohnern daher ständig Getränke, Obst und Salzstangen angeboten.

„Wenn Pflegebedürftige ihr Bett wirklich nicht mehr verlassen können, erhalten sie Hilfe mit altbewährten Hausmitteln, wie kühlenden Umschlägen“, sagt Jung zu den Bemühungen, die Gesundheitsrisiken für alte und kranke Menschen zu verringern.

Hohe Gefährdung für wetterfühlige Menschen

Während der Hitzewelle im Jahr 2003 starben auch in Deutschland tausende Menschen an den Folgen von Hitzebelastungen. Auch diesmal geht der Deutsche Wetterdienst (DWD) deutschlandweit von einer hohen Gefährdung für wetterfühlige Menschen aus.

Ob die erhöhte Reizbarkeit zahlreicher Menschen auch das Risiko höherer Gewaltbereitschaft und Gewaltkriminalität bedeutet, ist wissenschaftlich nicht eindeutig nachweisbar. Gerade in den USA gibt es Studien darüber, auch mit Blick auf die Folgen durch Klimaveränderungen. „Allerdings zeigt sich immer, dass reine Hitzeeffekte eher schwach sind“, sagt der Bielefelder Konfliktforscher Andreas Zick.

Von RND/dpa

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