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12:00 10.11.2018
Unser Kolumnist Herr Holm träumt von einer Welt, in der Menschen überall vor öffentlichen Überwachungskameras winken und tanzen. Quelle: dpa
Hannover

Es ist ein bekanntes Paradox, dass sich die gefühlte Bedrohung der Bürger durch Straftaten heute oft von der tatsächlichen Gefährdung (dokumentiert etwa in der Kriminalstatistik) abgekoppelt hat. Polizeiliche Maßnahmen müssen deshalb nicht nur ganz real für die Sicherheit der Bürger sorgen, sondern diese Sicherheit auch für jedermann positiv erlebbar machen. Hier braucht es mehr Kreativität und Mut.

Ein Beispiel: Viele Bereiche des öffentlichen Raums werden heute durch Videokameras überwacht, ein wichtiges polizeiliches Mittel der Prävention wie auch der Strafverfolgung. Werden die Kameras nun auch mit einer intelligenten Gesichtserkennungssoftware gekoppelt, lässt sich ihr Nutzen noch deutlich steigern. Nur, und das ist das entscheidende Manko, der Bürger merkt von alledem meist nichts, es ist kein Gewinn für sein Sicherheitsgefühl.

Keine Angst mehr vor einem Überwachungsstaat

Statt versteckt und unsichtbar, sollten die Kameras deshalb deutlich erkennbar angebracht werden und mit blinkenden Leuchten auf ihre Funktion aufmerksam machen. Auch könnte man die erstaunlichen Fähigkeiten einer modernen Gesichtserkennungssoftware von den Bürgern selbst nutzen lassen, zum Beispiel mit einer Polizei-Kamera-App. Hier findet man alle installierten Kameras. Eine einfache Registrierung mit Foto genügt, und schon bekommt der Bürger jedes Mal ein kurzes Video auf das Handy geschickt, sobald er von einer Kamera erfasst und erkannt wurde. Statt der verbreiteten Furcht vor einem Überwachungsstaat würden wir schon bald erleben, wie Menschen überall vor den Kameras winken und tanzen, um die Bilder dann mit Freunden in den sozialen Medien zu teilen.

Wir haben für Sie die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Thema Sicherheit zusammengestellt. Hätten Sie’s gewusst? Klicken Sie sich hier durch unsere Bildergalerie!

Mancher wird sich vielleicht aufmachen, um an möglichst entlegenen Orten erfasst zu werden – eine Art kamerabasiertes Geocaching. Die Installation von Überwachungskameras könnte sich so auch für touristisch weniger attraktive Regionen auszahlen – Sicherheit, die Spaß macht.

Von RND/Polizeioberwacht­­meister Holm

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