Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wissen Schafe wissen, wer Obama ist
Nachrichten Wissen Schafe wissen, wer Obama ist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:15 08.11.2017
Das erkennt doch jedes Schaf: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Schafe über eine herausragende Gesichtserkennung verfügen. Quelle: dpa
Anzeige
Cambridge

Barack Obama, Emma Watson oder der eigene Pfleger: Schafe erkennen Gesichter auf Fotos mit hoher Trefferquote wieder. Sogar, wenn die Bilder aus ungewohnten Blickwinkeln aufgenommen wurden, lagen die Schafe noch in zwei Dritteln der Fälle richtig. Das berichten Forscher der britischen Universität Cambridge im „Open Journal“ der Royal Society.

„Unsere Studie zeigt, dass Schafe fortgeschrittene Fähigkeiten zur Gesichtserkennung haben, vergleichbar mit denen von Menschen und Affen“, sagt Studienleiterin Jennifer Morton. Schafe sind soziale Tiere, die andere Mitglieder ihrer Herde und vertraute Menschen problemlos wiedererkennen.

Das Forscherteam nutzte für die Versuche einen besonderen Trainingsstall: Acht erwachsene Schafe wurden einzeln in einen Raum gelotst, in dem ihnen jeweils zwei Fotos auf Computer-Bildschirmen präsentiert wurden. Wählten sie in der Trainingsphase durch Anstupsen das richtige aus, bekamen sie ein Leckerli. Wählten sie das andere Bild, ertönte ein Summton und es gab es nichts.

Auf diese Weise lernten die Tiere die Konterfeis der Schauspielerin Emma Watson, von Ex-US-Präsident Barack Obama, Schauspieler Jake Gyllenhaal und BBC-TV-Moderatorin Fiona Bruce kennen. Zuerst geschah dies im Vergleich zu einem schwarzen Bildschirm, dann im Vergleich zu einem kopfähnlichen Objekt – etwa einer Stalllaterne. Im Test selbst mussten sie die Promi-Gesichter dann schließlich aus zwei Porträts auswählen – das zweite zeigte jeweils ein fremdes, ähnliches Gesicht.

In acht von zehn Fällen entschieden die Schafe bei der Frontalansicht richtig. In 66 Prozent der Testläufe erkannten sie Emma, Barack und Co. sogar, wenn diese im zuvor unbekannten Halbprofil abgebildet waren. Außerdem wählten die Tiere, unter zwei Alternativen abwägend, erfolgreich spontan das Foto eines Betreuers aus, den sie zuvor nur live gesehen hatten.

Interessant dabei: Die Schafe gehören nicht zu einer Rasse, die traditionell eng mit Menschen zusammenlebt und besonders zahm ist. Die Welsh Mountain-Schafe sind vielmehr in der Lage, ohne jede menschliche Unterstützung in rauer Umgebung alleine klar zu kommen.

Bereits im Jahr 2001 hatte eine Studie auf die erstaunlichen Gesichtserkennungs-Fähigkeiten von Schafen hingewiesen. Das Team aus Cambridge baut den Ansatz nun aus – unter anderem, um an genmodifizierten Schafen die Auswirkungen der Huntington-Krankheit auf das Gehirn zu untersuchen. Diese neurodegenerative Erkrankung geht bei Menschen unter anderem mit dem Verlust der Fähigkeit einher, Gesichter wiederzuerkennen.

Von dpa / RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kontakt zu Fremden, verstörende Bilder und Videos oder Cybermobbing – das Internet birgt für Kinder und Jugendliche viele Gefahren. Was beunruhigt Eltern und Heranwachsende? Und welche Verantwortung haben Plattformbetreiber oder die Politik?

07.11.2017
Wissen Verbraucherzentrale - Nicht jeder Apfelsaft ist vegan

Natürlich ist Apfelsaft vegan – was auch sonst, werden sich die meisten denken. Tatsächlich trifft das aber nicht auf jeden Saft zu.

06.11.2017

Früher waren Drohnen Zukunftsmusik und lediglich beim Militär oder modernen Technikmessen anzutreffen. Seit einiger Zeit aber sieht man Drohnen selbst in kleinen Wohngebieten, wo sie teilweise von Kindern über die Häuserdächer gesteuert werden. Da einige dieser Multikopter allerdings häufig auch mit Kameras ausgestattet sind, sollten Sie sich im Vorfeld darüber informieren, was Sie dürfen und was nicht.

06.11.2017
Anzeige