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14:48 08.01.2018
Evgenij Dudorov begrüßt Rettungsroboter Fedor. Quelle: Screenshot zoomin.tv
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Moskau

Kein Zweifel, die mechanische, kalte Hülle lässt den Rettungsroboter alles andere als menschlich erscheinen. Das anorganische Äußere sowie die noch groben, nicht fließenden Bewegungen sollen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Androide, der für Einsätze in speziellen Gefahrenzonen entwickelt wurde, seinem organischen Ebenbild bald Paroli bieten könnte. Um diesen letzten Schritt etwas vorzugreifen, haben die Entwickler dem Roboter sogar einen Namen gegeben, quasi als Zwischenstufe zu einem anthropomorphen, menschenähnlichen Status: Fedor heißt der Roboter, der vom russischen Katastrophenschutzministerium in Tscheljabinsk entwickelt wurde, um Bergungstrupps zukünftig zur Seite zu stehen.

Entwicklung von Androiden sorgt für philosophische Bedenken

Mitten im eurasischen Ural-Gebirge entsteht also im Kleinen, was in der großen Diskussion über die Robotik hinaus bis in die Bereiche der Philosophie für große Fragezeichen sorgt. Wo ist die Grenze zwischen Roboter und Mensch? Wie werden Androiden in unserer sozialen Gesellschaft integriert sein? Wer hat letztendlich die Kontrolle über wen? Fragen, denen sich mit Isaac Asimov bereits Mitte des 20. Jahrhunderts einer der führenden Science-Fiction-Autoren seiner Zeit widmete, der ausgerechnet im ehemaligen Sowjetrussland geboren wurde.

Zurück in der postsowjetischen Ära lässt Evgenij Dudorov gar keinen Zweifel, dass seine Firma die Roboter noch anthropomorpher bauen wird. „Wir können sie menschlicher machen, indem wir ihnen menschliche Züge geben. Wir können hautähnliches Material nutzen und ihre Körper unbestreitbar menschlich aussehen lassen“, erklärt der Tech-Vorstand von Android Technology.

Dem Ziel, den Roboter im Weltall operieren zu lassen, sieht Dudorov die Hürden von Druck und Schwerkraft gegenüber. Bereits im Dezember kündigte das Staatliche Institut für Robotik in Moskau an, einen Roboter für Außenarbeiten an der Internationalen Raumstation (ISS) zu entwickeln. Geplant sei ein Gerät, das mit drei Greifarmen, einem Mechanismus zur Orientierung und mehreren Kameras ausgestattet ist, sagte Alexander Lopota vom Forschungszentrum. Der sogenannte Kosmoroboter solle sich dabei automatisch entlang einer Art Takelage auf der Außenwand der ISS bewegen.

Die Maschine könne sowohl von der Erde als auch von der ISS aus gesteuert werden, sagte Lopota der Agentur Interfax. Zwar sei ein vollautomatischer Einsatz möglich, doch auf der ISS sei dies aus Sicherheitsgründen zunächst nicht vorgesehen. Der Kosmoroboter befindet sich in der Planungsphase. 2018 solle der Bau beginnen und bis 2020 abgeschlossen sein, sagte Lopota. Ein Flug zur ISS sei noch im selben Jahr möglich, wenn die Raumfahrtbehörde Roskosmos dies genehmige.

Einsatz von Militär-Robotern in Auseinandersetzungen?

Während die Videoaufnahmen aus Tscheljabinsk Roboter Fedor in bedrohlichen Szenerien mit automatischen Waffen operieren sieht, zerstreut Tech-Vorstand Dudorov die Bedenken: „Menschenähnliche Roboter im Militär einzusetzen ist verrückt. Im Moment sind sie vollständig unter menschlicher Kontrolle. Solange der Operator niemanden mithilfe des Roboters verletzt, sind sie sicher.“ Die Bedenken über die Kontrolle zwischen Mensch und Maschine sind aktuell und spiegeln doch gleichzeitig eine jahrzehntealte Urangst der Menschen wider. Nach einem kategorischen Ausschluss von Militär-Droiden in Konflikten klingen Dudorovs Worte nicht.

Von RND/krö/dpa

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