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Wissen Ozonschicht schrumpft teilweise weiter
Nachrichten Wissen Ozonschicht schrumpft teilweise weiter
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12:09 06.02.2018
Die Ozonschicht schützt die Erde vor krebserregenden Sonnenstrahlen. Quelle: dpa
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Zürich

Die Ozonschicht der Erde erholt sich nur langsam. Während die Schicht an den Polen zwar wieder dicker wird, nimmt sie an tieferen Breitengeraden wieder ab. Das berichten Forscher im Fachblatt „Atmospheric Chemistry and Physics“. Dort schrumpfe die Ozonkonzentration in der unteren Stratosphäre - zwischen 15 und 24 Kilometern über der Erde - weiter. Warum, können die Experten noch nicht erklären. Die Ozonschicht schützt die Erde vor den krebserregenden UV-Strahlen der Sonne.

„Das Ozon in der Stratosphäre erholt sich offenbar nicht zwischen den 60. Breitengraden Nord und Süd“, heißt es in dem Aufsatz. Das betrifft auch die Atmosphäre über Deutschland. Die Folgen könnten den Forschern zufolge schlimmer sein als die Konsequenzen durch dünne Ozonschichten an den Polen. Zum einen, weil die UV-Strahlung in mittleren Breiten höher sei als an den Polen und zum anderen, weil dort mehr Menschen lebten.

Ozonlöcher über der Antarktis

„Das ist verblüffend und besorgniserregend“, sagt der Leiter der Atmosphärenforschung am Alfred-Wegener-Institut in Potsdam, Markus Rex. Forscher hätten sich zuletzt ein bisschen zurückgelehnt, „um der Ozonschicht bei der Erholung zuzusehen“, sagte Rex, der an der Studie nicht beteiligt war. Er bezeichnete die Untersuchung als robust und solide.

An den Polen war in den 80er Jahren ein besonders rasanter Schwund des Ozons bemerkt worden. In der Antarktis tat sich jedes Jahr ein regelrechtes Ozonloch auf.

Eine Nasa-Grafik zeigt, wie die Ozon-Konzentration in der Atmosphäre im Jahr 2064 ohne das Montreal-Protokoll aussehen könnte. Quelle: Nasa

Die Lage besserte sich dort aber durch das Montreal-Protokoll von 1987, das die Produktion von ozonschädigenden Chemikalien untersagte. Die Chemikalien wurden bis dahin etwa in Kühlgeräten verwendet. Die Ozonkonzentration in der oberen Stratosphäre über 30 Kilometern sei seit 1998 deutlich gestiegen, heißt es in der Studie.

Kurzlebige Gase gelangen in die untere Stratosphäre

Dass die Erholung die tieferen Breitengraden nicht erreichte, konnten die Forscher erst jetzt durch eine neue Datenanalyse nachweisen. Sie verknüpften dazu Ergebnisse aus zahlreichen Messungen verschiedener Forscher und stellten eine umfassende Datenreihe seit 1985 her.

„Diese Ergebnisse stellen nicht den Erfolg des Montreal-Protokolls in Frage“, betonte Rex. Es sei erwiesen, dass der Produktionsstopp der Chemikalien erheblich zur Erholung der Ozonschicht in der oberen Stratosphäre und an den Polen beigetragen habe.

Eine Erklärung für die gegenteilige Entwicklung in tieferen Breitengraden könnten kurzlebige Gase und der Klimawandel sein, so die Studie. Die Menge der Gase wachse, und sie könnten durch stärkere Gewitterstürme vielleicht schneller in die untere Stratosphäre gelangen und dort Chlor und Bromatome freisetzen, die Ozon zerstören.

Von dpa/RND

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