Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wissen Neues Pluto-Bild zeigt Stickstoff-Nebel und Eiskreislauf
Nachrichten Wissen Neues Pluto-Bild zeigt Stickstoff-Nebel und Eiskreislauf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:15 18.09.2015
Das Wetter auf dem Pluto ändert sich täglich - wie auf der Erde. Auch andere Ähnlichkeiten zeigt ein neues Bild vom Zwergplaneten. Es enthüllt die dünne Stickstoffatmosphäre des Eiszwergs. Quelle: Nasa/Jhuapl/Swri
Anzeige
Washington

Eine spektakuläre Gegenlichtaufnahme der Raumsonde "New Horizons" zeigt den Zwergplaneten Pluto in neuem Licht: Auf dem von der US-Raumfahrtbehörde Nasa veröffentlichten Bild sind spitze Eisberge, ausgedehnte Ebenen und große Gletscher im Sonnenuntergang zu sehen.

Außerdem enthüllt das Foto die dünne Stickstoffatmosphäre des Eiszwergs. Die mehr als zwölf verschiedenen Schichten reichen demnach bis zu 100 Kilometer hoch. Auf dem Boden liegt Stickstoff-Nebel.

"Abgesehen davon, dass es optisch atemberaubend ist, sind diese tief liegenden Dunstschleier ein Hinweis darauf, dass sich das Wetter auf dem Pluto von Tag zu Tag ändert - wie auf der Erde", erläuterte "New Horizons"-Forscher Will Grundy vom Lowell-Observatorium in einer Nasa-Mitteilung vom Donnerstagabend (Ortszeit).

Zusammen mit anderen Beobachtungen der Raumsonde liefert die neue Aufnahme Belege für eine Art Eiskreislauf auf dem Pluto, allerdings mit verschiedenen exotischen, weichen Eisarten statt mit Wasser. So scheint etwa Stickstoff von einer großen Eisebene namens Sputnik Planum in der auffälligen herzförmigen Region auf dem Pluto zu verdunsten und sich weiter östlich abzulagern. Von diesen Stickstoffeis-bedeckten Gebieten fließen wiederum Gletscher zurück nach Sputnik Planum, die an die Gletscher am Rande der grönländischen und antarktischen Eiskappen auf der Erde erinnern.

"Wir haben nicht erwartet, Hinweise auf so einen Stickstoff-basierten Glazialkreislauf auf Pluto zu finden, der bei den frostigen Bedingungen des äußeren Sonnensystems funktioniert", erläuterte Pluto-Geologe Alan Howard von der Universität von Virginia in der Mitteilung. Der vom schwachen Sonnenlicht angetriebene Eiskreislauf erscheine direkt vergleichbar mit dem hydrologischen Kreislauf, der die irdischen Eiskappen füttere, indem Wasser aus dem Ozean verdunstet, als Schnee fällt und über fließende Gletscher ins Meer zurückkehrt.

"Pluto ist in dieser Hinsicht überraschend erdähnlich", betonte "New Horizons"-Chefwissenschaftler Alan Stern. "Und keiner hat dies vorhergesagt."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Aus einem gezackten Steilhang wurden beckenförmige Vertiefungen: Der Komet "Tschuri" verändert sich unter dem Einfluss der Sonne. Die Raumsonde "Rosetta" hat die Verwandlung festgehalten.

23.09.2015

Tausende Kinder werden jedes Jahr in Deutschland Opfer von sexuellem Missbrauch. Forscher haben nun erstmals genaue Daten gesammelt. Demnach haben mehr Männer pädophile Tendenzen als bisher angenommen. Und: Das Internet stellt eine Gefahr dar.

18.09.2015

Dinge verschwinden zu lassen ist ein alter Menschheitstraum. Es gibt schon erste Tarnkappen, mit denen im Labor etwas versteckt werden kann. Einen neuen Ansatz haben jetzt Forscher in den USA gefunden.

18.09.2015
Anzeige