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Wissen Quader aus Eis: Forscher entdecken ungewöhnlichen Eisberg
Nachrichten Wissen Quader aus Eis: Forscher entdecken ungewöhnlichen Eisberg
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15:37 24.10.2018
Im Norden der Antarktis haben Forscher einen rechteckigen Eisberg entdeckt. Das Bild entstand bei einem Erkundungsflug der NASA-Operation IceBridge aus der Luft. Quelle: Jeremy Harbeck/NASA/dpa
Washington

Klare Kanten geben ihm eine fast perfekte geometrische Form: Mit einem ungewöhnlichen Fotomotiv sind Forscher der US-Raumfahrtagentur NASA von einem Flug über die Antarktis zurückgekehrt. Dort entdeckten sie eher zufällig einen Eisberg im Rechteckformat.

Bei dem sogenannten Tafeleisberg handele es sich um einen seltenen Fund, erklärte der Wissenschaftler Jeremy Harbeck, der mit an Bord war und die Fotos schoss. „Ich sehe häufig Eisberge mit relativ geraden Kanten, aber ich habe wirklich noch nie einen gesehen, der zwei Ecken hat, die so genau rechtwinklig sind wie bei diesem“, schrieb er auf der Internetseite der US-Luft- und Raumfahrtbehörde.

Eine fast perfekte geometrische Form: den rechteckigen tafelförmigen Eisberg entdeckten Wissenschaftler der NASA im Norden der Antarktis bei einem Erkundungsflug. Quelle: Jeremy Harbeck/NASA/dpa

Nach dem Giganten A68 nun ein Rechteck aus Eis

Laut NASA weisen die scharfen Kanten darauf hin, dass der Eisberg gerade erst vom Larsen-C-Schelfeis abgebrochen sei. Dort treibt er im westlichen Weddell-Meer unweit des riesigen Eisbergs, den Forscher A68 getauft hatten. Im Juli 2017 war dieser von demselben Eisschelf abgebrochen. Mit einer Länge von 175 und einer Breite von 50 Kilometern gilt er als einer der größten Eisberge, der in den vergangenen Jahrzehnten registriert wurde. „Ich war eigentlich mehr daran interessiert, den A68-Eisberg einzufangen, den wir gleich überfliegen sollten, aber ich dachte, dieser rechteckige Eisberg ist optisch interessant und ziemlich fotogen“, beschreibt Harbeck weiter.

A68: der gigantische Eisberg der sich 2017 vom Larsen-C-Schelfeis abtrennte Quelle: Jesse Allen/NASA/dpa

Die Größe des neu entdeckten Tafeleisbergs gab die NASA nicht an. Laut einem Bericht des britischen Senders BBC schätzen Experten die Diagonale des Rechtecks auf mehr als 1,6 Kilometer. Wie bei anderen Eisbergen auch seien nur 10 Prozent seiner tatsächlichen Größe über dem Wasser zu sehen.

Das Schelfeis, von dem er sich gelöst hat, schwimmt auf dem Meer und wird von großen Gletschern gespeist. Es wächst somit immer weiter ins Meer hinein und bricht regelmäßig ab. Das Larsen-C-Schelfeis liegt südlich von Südamerika, fast an der Spitze der antarktischen Halbinsel.

Beobachtung der Polarregion soll Auswirkungen auf Klima klären

Mit den Flügen ihres IceBridge-Forschungsprogramms beobachtet die NASA das Eis der Polarregionen, zeichnet Veränderungen in der Dicke der Eisdecke, Eisberge und Eisplatten auf. Damit wollen die Forscher die Auswirkungen verstehen, die das polare Eis auf das Klima hat.

Eine Flotte von Forschungsflugzeugen übernimmt dabei die Beobachtungen, nachdem der erste Erdbeobachtungssatellit ICESat („Ice, Clouds, and Land Elevation Satellite“) 2010 außer Betrieb ging. Bevor ICESat 2 startet, ersetzen Flugzeuge wie die Douglas DC-8 von Jeremy Harbeck diesen.

Mit dieser waren die Forscher am 10. Oktober von Punta Arenas auf der Südspitze Chile zu einer fünfwöchigen Mission aufgebrochen. Am 18. November wollen sie zurückkehren.

Von RND/nie/dpa

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