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Wissen Marderschutz: Was hilft wirklich?
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11:42 05.10.2018
Marder knabbern bevorzugt Schläuche, Kabel und Isoliermaterial an. Im schlimmsten Fall können sie ein Auto fahruntauglich machen. Quelle: obs
Hannover

Der ADAC meldet 12.496 Marder-Schäden allein fürs Jahr 2017. Der Anteil der dadurch verursachten Pannen, für die die Straßenwacht jährlich ausrückt, sind mit 0,4 bis 0,5 Prozent relativ gering. Dennoch stellen die Schäden eine große Bedrohung für die Sicherheit im Straßenverkehr dar. Durchgebissene Schläuche, Kabel und Stromleitungen beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit des Autos und können gefährliche Unfälle verursachen.

Warum machen sich Marder am Auto zu schaffen?

Zum einen sind Marder neugierig. Unter der Motorhaube gehen sie auf “Entdeckungstour”, knabbern an verschiedenen Stellen und hinterlassen Exkremente. Die Duftstoffe sind ein Grund, weswegen Marder im Auto ans Werk gehen. Wittert ein Marder den Duft eines anderen Artgenossen in seinem Revier, verfällt er in einen regelrechten “Beißwahn”. In Abwesenheit des Rivalen macht sich der Verteidiger dann an alles, was ihm vors Maul kommt. Vor allem Zündkabel, diverse Schläuche und Isolierungen im Motorraum werden durch die Beißattacken beschädigt.

Wie kann man Marderschäden vorbeugen?

Ziel der meisten Maßnahmen, um Schäden zu verhindern, ist, den Marder durch unangenehme Gerüche vom Auto fernzuhalten. Als sinnvolle Hausmittel werden immer wieder Mottenkugeln, Toilettensteine oder Tierhaare (von Hunden oder Katzen) genannt, die im Motorraum ausgelegt werden.

Auch wenn viele auf die Wirksamkeit schwören, einen effektiven Langzeitschutz bieten diese Mittel eher nicht. Zum einen müssen sie immer wieder erneuert werden, zum anderen können sich die Tiere mit der Zeit an die Gerüche gewöhnen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Gerüche über die Lüftung in den Innenraum des Fahrzeugs gelangen. Gerade bei Urin, ein weiteres Hausmittel, würde das zu erheblichen Unannehmlichkeiten für die Insassen führen.

Eine andere Maßnahme zielt darauf ab, Gerüche zu entfernen. Vor allem wer in der Nähe von Waldstücken, Parks oder anderen Grünanlagen wohnt, sollte darauf achten, regelmäßig das Auto zu waschen. So können eventuelle Düfte, die ein Marder am Gefährt hinterlassen hat, beseitigt werden. Da die Nager bevorzugt unter der Motorhaube ihr Unwesen treiben, sollte auch eine Motorwäsche durchgeführt werden.

Technische Maßnahmen

Andere vorbeugende Maßnahmen sind technischer Natur. So lassen sich zum Beispiel sämtliche Kabel, Schläuche und Isoliermaterial mit Mänteln verstärken, die resistent gegen Marderbisse sind. Solche Ummantelungen können vom Experten in der Autowerkstatt angebracht werden.

Mit Ultraschall lassen sich Marder, zumindest eine Zeit lang, vertreiben. Die hochfrequenten Töne, die von dem im Motorraum montierten Ultraschallgerät ausgesendet werden, sind nur von den Marderohren zu vernehmen. Zusätzlich dazu kann ein sogenanntes Mardergitter unter den Motorraum gelegt werden. Dabei handelt es sich um ein Metallgeflecht, das die Marder mit ihren empfindlichen Pfoten beim Betreten abschrecken soll. Bei beiden Methoden nimmt die Wirksamkeit des Schutzes mit zunehmender Gewöhnung des Marders an das fremde Geräusch oder Objekt jedoch ab.

Eine weitaus effektivere Marderschreck-Methode ist der Einsatz von Strom. So lassen sich die Marder mit kleinen Stromschlägen verjagen, die bei Kontakt mit einem Elektroschockgerät im Motorraum erzeugt werden. Wie bei elektrisierten Weidezäunen ist die Stromstärke ungefährlich für die Tiere und dient lediglich zur Vertreibung.

Kommt die Versicherung für Schäden durch Marderbisse auf?

Schäden, die durch Marderbisse entstanden sind, können durch die Teil- oder Vollkaskoversicherung abgedeckt werden. Allerdings sind meist nur die direkten Schäden und nicht die weitaus kostspieligeren Folgeschäden abgedeckt. Problematisch ist das vor allem, weil die Schäden mitunter erst dann entdeckt werden, wenn es bereits zu größeren Defekten am Auto gekommen ist. Außerdem werden Unfälle, die auf Marderschäden zurückzuführen sind, in der Regel nicht übernommen.

Doch selbst bei den kleineren Schäden, die Marderbisse an Kabeln oder Schläuchen verursachen, lohnt sich der Versicherungsschutz nicht unbedingt. Denn: In vielen Tarifen sind Eigenbeteiligungen festgelegt, die oft höher als die Kosten für die Ausbesserung eines einzelnen Kabels oder Schlauchs sind.

Nie wieder Marderschäden

Den besten Schutz bieten letztlich immer noch Maßnahmen, die den Mardern gar nicht erst Zugang zum Auto oder Motorraum ermöglichen. Dazu zählen neben Garagen auch Verschlüsse, die unterhalb des Motorraums angebracht werden. Immer mehr Autohersteller entwickeln deshalb Modelle, deren Motorraum komplett geschlossen ist. So können Marder nicht in den sensiblen Bereich gelangen und Schaden anrichten.

Von RND/pf

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