Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wissen Katzen reagieren sensibler als Kater auf Jungtier-Schreie
Nachrichten Wissen Katzen reagieren sensibler als Kater auf Jungtier-Schreie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:54 12.08.2016
Versuchskater Carlos sitzt an der Medizinischen Hochschule Hannover bei einer Biologin auf dem Arm. Quelle: Sebastian Gollnow
Anzeige
Hannover

Weibliche Katzen können den Erregungsgrad von Katzenbabys am Miauen der Kleinen erkennen.

Sie reagieren um zehn Prozent schneller auf Laute von Kätzchen, die sich in großer Not wähnen, wie Wissenschaftler von der Tierärztlichen Hochschule und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) herausgefunden haben.

Kater reagieren zwar auch auf die Rufe von Kätzchen - allerdings immer gleich. "Offenbar sind die akustischen Unterschiede zwischen dem Miauen von weniger und stark erregten Jungtieren für die Männchen entweder nicht wahrnehmbar oder nicht von Bedeutung", sagte die Biologin Wiebke Konerding von der MHH. Sie ist Erstautorin der Studie, die an diesem Freitag im Fachmagazin "BMC Evolutionary Biology" veröffentlicht wurde.

In einer vorherigen Untersuchung hatte das Forscherteam bereits herausgefunden, dass sich die Dauer und Tonhöhe der Kätzchen-Schreie mit der Dringlichkeit ihrer Hilfebedürftigkeit unterscheidet. Beobachtet wurden insgesamt neun erwachsene Kater und acht Kätzinnen aus der Tierhaltung der MHH. Ihnen wurden zum einen Rufe von Kleinen vorgespielt, die für drei Minuten aus der Wurfbox genommen und von Mutter und Geschwistern getrennt wurden. Zum anderen wurden sie mit Schreien von stärker erregten Kätzchen konfrontiert, die zusätzlich hochgehoben wurden.

Die Forscher halten ihre Ergebnisse trotz der geringen Stichprobe für aussagekräftig. "Alle Weibchen, sogar die, die noch keinen eigenen Nachwuchs hatten, reagierten differenziert auf die Schreie", sagte Konerding. Sie drehten sich schneller zum Lautsprecher um, wenn dieser Rufe der sehr erregteren Kätzchen abspielte. Diese Fähigkeit sei möglicherweise angeboren oder entwickele sich mit der Geschlechtsreife. "Eine Überraschung war, dass die Männchen überhaupt reagiert haben", sagte die Biologin.

In der Vergangenheit haben Wissenschaftler bereits mehrfach beim Menschen die Reaktionen von Frauen und Männer auf Babygeräusche untersucht. Auch dabei zeigten einige Studien, dass Frauen sensitiver auf Säuglinge reagierten, ganz gleich ob sie bereits Mütter waren oder nicht, berichtete die Biologin Marina Scheumann.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einer Lebenserwartung von mindestens 400 Jahren sind Grönlandhaie einer Studie zufolge die langlebigsten Wirbeltiere der Welt. Sorge macht Experten die späte Geschlechtsreife der Tiere nach 150 Jahren. Dies könnte die Bewahrung der Art gefährden.

11.08.2016

Der Klimawandel bedroht viele Arten weltweit. Momentan seien allerdings altbekannte "Feinde" beim Artenschutz am dringlichsten zu berücksichtigen, betont eine Forschergruppe.

10.08.2016

Forscher wollen mit neuester Technik ermittel, wie ein Mönch aus dem Mittelalter ausgesehen haben könnte. Das Unesco-Weltkulturerbe Kloster Lorsch stellt dazu einen oder mehrere Schädel und Knochen zur Verfügung.

10.08.2016
Anzeige