Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wissen Hunderte Menschen verbiegen sich auf dem Times Square
Nachrichten Wissen Hunderte Menschen verbiegen sich auf dem Times Square
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:33 21.06.2017
Ob Herabschauender Hund, Kobra oder Sonnengruß: Weltweit machen Menschen am 21 Juni Yoga-Übungen. Auch am Times Square in New York. Quelle: dpa
New York 

Vom frühen Morgen an versammelten sich am Mittwoch Menschen zu einstündigen kostenlosen Kursen auf Verkehrsinseln des belebten Platzes in Manhattan.

Die Trainer nutzten dabei die Geografie um den Platz herum zur Orientierung, etwa: „Jetzt schaut ihr bitte alle Richtung 7th Avenue“ oder „Jetzt streckt ihr eure Arme so hoch, als könntet ihr die Spitze des Wolkenkratzers über euch erreichen“.

Das vom Nachbarschaftsverband Times Square Alliance veranstaltete Spektakel fand bereits zum 15. Mal statt. Teilnehmer sollten so „Frieden und Ruhe zwischen dem Mix aus Sehenswürdigkeiten, Geräuschen und endloser Energie am Times Square“ finden, sagte Verbandschef Tim Tompkins.

Yoga mitten in New York. Quelle: dpa

Weltyogatag

Zu Ehren der beliebten Sport- und Meditationsart wird am 21. Juni erneut der „Internationale Tag des Yogas“ begangen. Die UN-Vollversammlung hatte 2014 auf Vorschlag von Indiens Premier Narendra Modi den Weltyogatag ausgerufen. 175 Nationen stimmten damals der Resolution zu, mehr als jeder anderen dieser Art. Yoga sei „ein unschätzbares Geschenk unserer alten Tradition“, sagte Modi.

Der 21. Juni wurde gewählt, weil er einer der längsten Tage des Jahres ist. Hierzulande können Yoga-Anhänger daher theoretisch 17 Stunden lang die Sonne grüßen.

Entwicklung des Yoga

Erste Zeugnisse von Yoga – als einer Reise ins Innere des Körpers – finden sich in rund 5000 Jahren alten Artefakten der Indus-Kultur. Auf Reliefs und Siegeln sind Yoga-Posen zu sehen.

In der Vedischen Zeit (1500 bis 600 v.Chr.) werden vier Typen in Schriften genannt: Mantra: Rezitieren von heiligen Lauten; Laya: Verbindung mit einer höheren Macht; Hatha: Kanalisierung der inneren Energien; Raja: Beherrschung des Geistes.

Im 2. Jh. v.Chr. wurde Yoga in einem Leitfaden von Patanjali kodifiziert. Yoga wird als achtgliedriger Weg dargestellt - einer davon ist Asana, die Benutzung des Körpers, was heute oft als Yoga gilt. Ziel ist Samadhi, die völlige Ruhe des Geistes.

Im Mittelalter belebten Adi Shankara und Gorakshanath Yoga wieder. Im 18. Jahrhundert wurde Yoga vor allem von Männern in Klöstern praktiziert, nicht von einfachen Indern.

Seit den 1890er Jahren verbreiten indische Lehrer wie Swami Vivekananda, Swami Yogananda oder B.K.S. Iyengar Yoga in der Welt. Heute werden die verschiedensten Yoga-Formen von Millionen von Menschen praktiziert.

2014 kreierte die indische Regierung ein Ministerium für AYUSH: Ayurveda, Yoga und Naturheilkunde, Unani, Siddha, Homöopathie. Kurz darauf schlug Indien bei den Vereinten Nationen vor, den 21. Juni zum internationalen Yoga-Tag zu machen.

Lesenswertes rund um das Thema Yoga:

Mit Yoga zu sich kommen

Yoga, Sport der Vagabunden

“Goat Yoga“ ist der neue Yoga-Trend

Stand-up-Paddler zeigen Yoga und Fitness auf dem Board

„Crawling“ als Trend: Wird Krabbeln jetzt das neue Yoga?

Von RND/dpa