Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wissen Forscher entdecken „Fisch ohne Gesicht“
Nachrichten Wissen Forscher entdecken „Fisch ohne Gesicht“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:21 01.06.2017
Nicht hübsch, dafür aber äußerst selten: der vor Australien entdeckte „Fisch ohne Gesicht“. Quelle: dpa
Canberra

Hübsch ist anders: Ein plumper, tropfenförmiger Körper, keine Augen, keine Nase, das Maul auf der Unterseite des klumpigen Kopfes. Aber der Fisch, den Forscher aus der Tiefsee vor Australien gezogen haben, ist dennoch eine Sensation, jedenfalls in Forscherkreisen.

Zuletzt wurde ein solcher „Fisch ohne Gesicht“ im Jahr 1873 vor Papua-Neuguinea gesehen. Dass er seitdem unbemerkt im eisigen Dunkel Tausende Meter unter der Wasseroberfläche herumschwamm, lässt buchstäblich tief blicken: Wer weiß, was dort unten noch alles wächst und gedeiht. Um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen, schippern gegenwärtig 40 australische Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff „Investigator“ östlich von Australien umher und untersuchen Flora und Fauna am Meeresgrund, der dort etwa 4000 Meter unter ihnen liegt.

„Er ist wirklich seltsam“

Ein schlittenähnliches Gefährt, das an einem acht Kilometer langen Seil befestigt und mit einer Videokamera ausgestattet ist, wird in den Abgrund hinabgelassen und sammelt Boden- und Pflanzenproben sowie Tiere ein. Der 40 Zentimeter lange „Fisch ohne Gesicht“ ist der bislang spektakulärste Fund, sagt Wissenschaftlerin Diane Bray. „Er ist wirklich seltsam.“ Aber auch andere Entdeckungen begeistern die Forscher. Dazu­ gehören Meereswürmer ebenso wie winzige Krustentiere, biolumineszente Seesterne und tellergroße Asselspinnen – die nicht zu den Spinnentieren gerechnet­ werden, sondern eine eigene Gruppe bilden.

Die Daten seien ungeheuer wichtig für die Erforschung des Tiefsee-Lebensraumes vor Australien, seiner Artenvielfalt und der ökologischen Abläufe­ dort, so Expeditionsleiter Tim O’Hara. „Sie werden zum Schutz und dem ökologischen Management der Tiefsee beitragen.“ Wofür es offensichtlich höchste Zeit wird: Auch Farbdosen und Plastikrohre fanden sich bereits im Bergungsschlitten – selbst in der abgelegenen Tiefsee hat sich also schon menschlicher Müll angesammelt­.

Von Stefanie Gollasch/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Wissen Neue Regeln für Psychotherapien - Der schnellere Weg zum Therapeuten

Seit Anfang April müssen Psychotherapeuten Sprechstunden anbieten und telefonisch besser erreichbar sein. Dies soll Wartezeiten verkürzen und Betroffenen schnellere Hilfe bieten. Doch allein diese Maßnahmen werden nicht ausreichen.

31.05.2017

120.000 Deutsche sterben jährlich an den Folgen des Rauchens. Wer regelmäßig zur Zigarette greift, schiebt die Risiken gerne zur Seite. Wie schädlich das Rauchen wirklich ist, sehen Sie anlässlich des Weltnichtrauchertages in unserem Video.

31.05.2017
Wissen Tai-Chi-Serie mit Übungsvideo - Das Qi wecken, den Atem regulieren

Wie der Übungsname schon verrät, geht es diesmal darum, den eigenen Atem tiefer und ruhiger werden zu lassen.

30.05.2017