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Nachrichten Wissen Die Giraffe ist vom Aussterben bedroht
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17:47 08.12.2016
Die Giraffen-Population ist nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 40 Prozent gesunken. Quelle: AFP
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Gland

Ihre Erscheinung ist majestätisch – wer schon mal eine Giraffe aus nächster Nähe und in freier Wildbahn erleben durfte, der weiß um die Eleganz der afrikanischen Riesen. Doch ihr Anblick wird immer seltener: Nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) geht die Zahl der Giraffen stark zurück – in Zahlen ausgedrückt: In den vergangenen 30 Jahren ist die weltweite Population der Tiere um knapp 40 Prozent gesunken. Hauptgründe dafür seien Wilderei und der Verlust des Lebensraums, wie die Organisation mit Sitz in Gland am Genfer See mitteilte. „Und fast immer stehe dahinter der Mensch“, so WWF-Artenschutzexperte Arnulf Köhncke. Derzeit gebe es nur noch rund 100.000 Tiere. So wenig, dass die Giraffe auf der neuen Roten Liste von der Kategorie ungefährdet auf gefährdet vorgerückt ist.

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Tierschützer sind besorgt: „Wir erleben derzeit das größte globale Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier – und der Mensch ist die Ursache“, sagte der Vorstand der Naturschutzorganisation WWF Deutschland, Eberhard Brandes. Außer der Giraffe, stehen zahlreiche weitere Tiere auf der Todesliste.

Giraffen im Visier der Wunderheiler

Glaubt man ortsansässigen Tourguides, so setzten vor allem in den vergangenen Jahren umstrittene Wunderheiler-Methoden der Art stark zu: Der feste Glaube daran, dass aus dem Knochenmark der Giraffe ein effektives Medikament gegen die in Afrika omnipräsente Seuche Aids gewonnen werden könne, habe die Giraffenanzahl radikal reduziert. Hinzu kommen kommerzielle Safari-Anbieter, die mit dem Abschuss von Wildtieren werben. Beim südafrikanischen Veranstalter Dumukwa etwa ist eine Giraffe für umgerechnet 2300 Euro zu haben.

Noch vor wenigen Jahrzehnten wären derartige Angebote undenkbar gewesen: So stand in den sechziger und siebziger Jahren etwa im zentralafrikanischen Tansania auf das Wildern einer Giraffe die Todesstrafe. Heute gehört vor allem die Nord-Giraffe - Wissenschaftler unterscheiden nach jüngsten Erkenntnissen zwischen vier verschiedenen Arten - zu den am stärksten gefährdeten Säugetieren.

24.307 Arten gelten als bedroht

„Wir erleben derzeit das größte globale Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier“, so der Vorstand der Naturschutzorganisation WWF Deutschland, Eberhard Brandes. Insgesamt wurden bislang 85.604 Tier- und Pflanzenarten für die Rote Liste der IUCN, die es seit 1963 gibt, untersucht. 24.307 davon sind bedroht. Neben der Giraffe sind unter anderem weiterhin Nashörner, Tiger, Löwen und Seeadler auf der Liste zu finden.

In Deutschland wird seit 1977 eine Liste der bedrohten Tierarten geführt. Elch, Wisent und Wildpferd standen lange drauf. Heute sind sie nicht mehr gelistet. Sie gelten hierzulande als ausgestorben.

Von RND/caro/dpa

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