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Wissen Den Göttern geopferter Inka-Junge: Von wem stammt er ab?
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16:41 12.11.2015
Aconcagua-Mumie: Der Junge wurde bei einer religiösen Zeremonie getötet, für die besonders hübsche und gesunde Kinder ausgewählt wurden. Quelle: Scientific Reports & Gómez-Carballa et al./University of Cuyo Publisher
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Buenos Aires

Vor 500 Jahren fiel ein Inka-Junge einem Ritus für die Götter zum Opfer - nun ergründen Genetiker seine Abstammung. Bergsteiger hatten die Mumie des Siebenjährigen 1985 auf knapp 5300 Metern Höhe am Aconcagua (Argentinien) entdeckt, dem mit 6961 Metern höchsten Berg Amerikas.

Der Junge wurde bei einer religiösen Zeremonie getötet, für die besonders hübsche und gesunde Kinder ausgewählt wurden.

Ein internationales Team um Antonio Salas von der Universität Santiago de Compostela (Spanien) entzifferte Teile des Erbguts, wie die Forscher im Fachmagazin "Scientific Reports" schreiben. Daraus ziehen sie Rückschlüsse auf die Herkunft des Jungen. "Es ist die erste genetische Studie einer Anden-Mumie", sagt Salas. Das Kind stamme aus einer Bevölkerungsgruppe, die vor 14 300 Jahren in Peru aufgetaucht sei. Mit Hilfe von Gendatenbanken fanden die Forscher heraus, dass Menschen mit verwandtem Erbgut heute in Bolivien und Peru leben.

Die untersuchte Gewebeprobe wurde vor rund 20 Jahren der Mumie entnommen und zwischenzeitlich in einer Gefrierkammer erhalten. Die Kammer gehört zum Labor des Argentinischen Teams für Forensische Anthropologie (EAAF) in Córdoba (Argentinien). Das EAAF ist die führende wissenschaftliche Forschergruppe bei der Identifizierung von vermissten Opfern der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983).

EAAF-Forscher Carlos Vullo, der an der Erbgut-Analyse der Mumie beteiligt war, erwartet nun auch Fortschritte auf anderen Gebieten. "Die Feststellung, dass wir aus einer so alten Gewebeprobe Ergebnisse gewonnen haben, die mit archäologischen Befunden übereinstimmen, erweitert die Perspektive der Beweisaufnahme von forensischen Untersuchungen stark degradierter Leichname", sagte Vullo der dpa.

Das vom heutigen Peru ausgehende Inka-Reich breitete sich um 1500 bis Westargentinien aus. Mit der Tötung des letzten Inka-Herrschers Atahualpa 1533 durch spanische Konquistadoren fand es sein Ende.

In den Anden wurden bislang über ein Dutzend Opferstätten mit Kindermumien gefunden. Die Opfer wurden mit Maiswein und Koka-Blättern eingeschläfert. Der Aconcagua-Mumie waren drei kleine Lama- und drei menschliche Figuren aus Gold und Silber ins Grab gelegt worden.

Heute ist die Mumie im Besitz der Universidad Nacional de Cuyo (UNC) in Mendoza (Argentinien). "Die Aconcagua-Mumie befindet sich in einem Zustand, in dem sie nicht zur öffentlichen Ausstellung geeignet ist", sagt Roberto Bárcena, Leiter des Ethnologischen Instituts der UNC.

Es gebe zudem eine internationale Debatte über ethische Vorbehalte gegen die Ausstellung von Mumien oder anderen menschlichen Überresten. Einige der Bergsteiger, die die Mumie entdeckten, befürworteten dieses Jahr die Errichtung einer Erinnerungsstätte im Hochgebirge, in der der getötete Siebenjährige wieder bestattet werden könnte.

dpa

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