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14:23 31.07.2018
Fast jeder hat ein Smartphone: Mit eine speziellen App kann es vielleicht helfen, hochenergetische Teilchen aus dem All aufzuspüren. Quelle: Foto: dpa
Washington

Es ist ein kosmischer Dauerbeschuss: Ständig prasseln Teilchen aus dem All auf unseren Planeten, manche haben eine unglaublich hohe Energie – sogenannte Oh-My-God-Teilchen. US-Forscher wollen ihnen mit einer Smartphone-App das Geheimnis ihrer Herkunft entlocken.

Jährlich treffen Millionen dieser Partikel auf die Erdatmosphäre und trotzdem sind sie schwer zu erwischen. Denn die OMG-Teilchen zerschellen an der schützenden Schicht in Tausende bis Milliarden Sekundärteilchen. Etwa 100 davon durchdringen pro Sekunde unbemerkt unseren Körper.

„Seit über 100 Jahren wissen wir, dass die Teilchen aus dem Weltraum zu uns kommen, aber wir wissen bis heute nicht, wo die eigentlichen Quellen liegen und wie sie funktionieren. Für einen Wissenschaftler eine nahezu unerträgliche Situation“, sagt Karl-Heinz Kampert von der Uni Wuppertal, einer der führenden deutschen Experten für hochenergetische Strahlung und OMG-Teilchen.

Inzwischen wissen Astrophysiker zumindest zwei Dinge: Die mysteriösen Minis sind keine Überbleibsel aus dem Urknall. Und ihre Quellen können nicht allzu weit entfernt sein.

Ein Team um den Physiker Daniel Whiteson von der University of California schlägt zur Suche nach dem Ursprung ein Netz von Teilchendetektoren vor, die fast jeder in der Tasche hat: Smartphones. Ein mit einer speziellen App ausgerüstetes Handy müsste dazu – mit lichtdicht abgeklebter Linse und auf den Nachthimmel ausgerichtet – dauerhaft im Filmmodus laufen. Eingefangene Teilchen würden sich dann als kurz aufleuchtendes Pixel verraten – die App würde Zeitpunkt und Richtung an eine Sammelstelle melden. Sollten viele Nutzer mitmachen und 10, 100 oder 1000 OMG-Teilchen entdecken, könnte man analysieren, wo sie herkamen – und so erfahren, was sie produziert hat, erklärt Whiteson. Allerdings sollten Millionen Menschen mithelfen und sich unter http://crayfis.io Derzeit sind die Macher jedoch nicht in der Lage, die Masse an Interessenten zu verarbeiten.

Von Andrea Barthélémy

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