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Wissen Astronautennahrung bald auch für Kühe
Nachrichten Wissen Astronautennahrung bald auch für Kühe
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14:48 20.06.2018
Statt Heu gibt’s bald Mikroben: Kühe sollen mit Astronautennahrung gefüttert werden. Quelle: dpa
Potsdam

Richtig gelesen: Kühe könnten bald mit Astronautennahrung gefüttert werden. Nein, es ist nicht geplant, Milchkühe ins Weltall zu schießen oder Rinder-Herden auf dem Mars zu halten. Die Futter-Umstellung soll gut für die Umwelt sein.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass gezüchtete Mikroben eine umweltfreundliche Alternative für die Fütterung von Rindern, Schweinen und Hühnern sein könnte. Denn die mikroskopisch kleinen Lebewesen stecken voller Eiweiß – sie sind also besonders nahrhaft. Deswegen wurden sie ursprünglich auch als Eiweißquelle für die Raumfahrt entwickelt.

Bakterien, Hefe, Algen oder Pilze könnten Soja ersetzen

Die eiweißhaltigen Kleinstorganismen als Futter-Alternative zu Ackerpflanzen könnten dabei helfen, den weltweiten Flächenverbrauch der Landwirtschaft und die Treibhausgasemission zu reduzieren, berichten Forscher im Fachmagazin „Environmental Science & Technology“.

Derzeit werde etwa die Hälfte der auf Ackerland angebauten Proteine an Tiere verfüttert, erklärte Benjamin Bodirsky vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Mitautor der Studie. Industriell hergestelltes Proteinpulver aus Bakterien, Hefen, Pilzen oder Algen könnte proteinreiche Ackerpflanzen wie Sojabohnen ersetzen.

Die Forscher hatten in Modellen errechnet, welches wirtschaftliche Potenzial in den Mikroben steckt und wie sich die mikrobielle Proteinproduktion auf die Umwelt auswirkt. Würden zwei Prozent des Viehfutters durch Mikrobenprotein ersetzt, könnten rund sechs Prozent der Ackerfläche, sieben Prozent der Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft und acht Prozent der globalen Stickstoffverluste eingespart werden.

Bauernverband ist offen für neue Ideen

Die Forscher vermuten außerdem, dass die Mikroben das Wachstum der Tiere und die Milchproduktion verbessern könnten. „Da die Produktion recht günstig ist, dürfte sich mikrobielles Protein als Kraftfutterersatz auch ohne Subventionen durchsetzen“, sagte Bodirsky.

Der Deutsche Bauernverband zeigte sich interessiert an den Forschungsergebnissen. „Wir sind offen für neue Ideen“, sagte Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Verbands. „Effiziente Fütterung und effektive Proteinquellen sind wichtig, um den Flächenverbrauch zu senken und die Klimabilanz zu verbessern.“

Von RND/dpa

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