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19:00 16.12.2017
Nadine Nentwig arbeitet als Texterin, Bloggerin und Redakteurin. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Ratgeber „Kluge Frauen scheitern anders“, Eden Books, verarbeitet. Quelle: privat
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Hannover

Die Arbeit im Homeoffice hat viele Vorteile. Nicht selten kommt es vor, dass ich um meinen Arbeitsplatz und die damit verbundene Flexibilität beneidet werde. Meistens zu Recht. Allerdings gibt es auch die andere Seite der Medaille und die bringt ganz schön viele Herausforderungen mit sich:

Herausforderung 1 – Selbstdisziplin: In meinem Job als Freelancerin gibt es keine festen Arbeitszeiten, keine wichtigen, internen Meetings und keine vorgegebene Mittagspause. Bedeutet: Ich muss mich komplett selbst strukturieren. Damit das klappt, ist ein großes Maß an Selbstdisziplin erforderlich. Tipp: Um meinen Arbeitstag möglichst effizient zu gestalten, halte auch ich mich an bestimmte Arbeitszeiten (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel) und versuche in ­dieser Zeit möglichst konzentriert meine To-do-Liste abzuarbeiten. Das gibt meiner Woche eine gewisse Struktur und mir mehr Planungssicherheit. So behalte ich den Überblick und kann einschätzen, ob und – wenn ja – wann ich noch freie Kapazitäten habe.

Wenn ich nicht will, muss ich mit keiner Menschenseele reden. Weder auf dem Weg zur Arbeit noch in der Mittagspause und natürlich auch nicht im Büro. Die Gefahr ist also ziemlich groß, in die soziale Isolation abzurutschen. Tipp: Damit das nicht passiert, habe ich mich verschiedenen Netzwerken angeschlossen und gehe hin und wieder zu Treffen, Fortbildungen oder sonstigen Events. Dort treffe ich auf Gleichgesinnte und kann mich mit ihnen über Projekte oder Probleme austauschen. Wem das noch nicht reicht, der kann sich auch tage- oder stundenweise in einem Coworking-Space einmieten.

Herausforderung 3 – Produktivität: Wer von zu Hause aus arbeitet, der muss vielen Verlockungen widerstehen. Sie werden umso größer, je langweiliger die aktuelle Aufgabe ist. Da ist der überquellende Wäscheberg, das ungespülte Geschirr, der volle Briefkasten, der blinkende Anrufbeantworter. Je nach Tagesform erfordert es sehr viel Disziplin, diesen Verlockungen nicht zu erliegen. Tipp: Da hilft nur konsequent bleiben und sich selbst Pausen vorgeben. In diesen Pausen darf man sich dann ganz bewusst mit anderen Dingen beschäftigen. Unterstützen können hier auch sogenannte Produktivitäts-Apps.

Herausforderung 4 – Selbstmotivation: Wenn die Geschäfte gut laufen, ergibt sich die Motivation meist von selbst. Die Herausforderung besteht eher in den Durststrecken, die in einer Selbstständigkeit auch dazugehören. Gerade dann ist besonders viel Eigenmotivation gefragt, um sich selbst wieder aus diesem Tief herauszuholen. Tipp: Am besten ist es, sich einfach weiter an seine Tagesstruktur zu halten und die Zeit, die man zuvor mit Arbeiten verbracht hat, dafür zu nutzen, wieder an Jobs zu kommen. Zum Beispiel, indem man sich einen Aktionsplan erstellt und diesen konsequent Schritt für Schritt abarbeitet.

Herausforderung 5 – Wertschätzung: Manchmal träume ich davon, morgens in ein großes Unternehmen zu kommen, wo ich mir auf dem Weg zum Schreibtisch noch schnell an der Kaffeebar einen Cappuccino holen kann, wo die Putzfrau abends meinen Mülleimer leert und wo in der Kantine immer ein warmes Mittagessen auf mich wartet. Denn für all diese kleinen Annehmlichkeiten muss ich selbst sorgen. Tipp: Die Motivation ist viel größer, sich an einen Arbeitsplatz zu begeben, an dem man sich gerne aufhält. Deshalb ist es wichtig, sich selbst wertzuschätzen und alles dafür zu tun, dass es einem am Arbeitsplatz auch wirklich gut geht. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an: Ich zum Beispiel esse nicht mehr nebenbei am Schreibtisch, sondern nehme mir die Zeit und bereite nur für mich ein gesundes, schmackhaftes Mittagessen zu.

Von Nadine Nentwig/RND

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