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Wissen „Altes“ Elfenbein ist oft nicht alt, sondern illegal
Nachrichten Wissen „Altes“ Elfenbein ist oft nicht alt, sondern illegal
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14:16 10.07.2018
Sichergestellte Gegenstände aus Elfenbein. Quelle: dpa
Brüssel

Angeblich altes Elfenbein in Europa stammt einer Studie zufolge in Wirklichkeit oft von erst kürzlich getöteten Elefanten und ist somit illegal auf dem Markt. Von mehr als hundert altersbestimmten Proben aus zehn EU-Ländern stamme ein Fünftel aus der Zeit nach dem Verbot des internationalen Elfenbeinhandels von 1990, teilte die Organisation Avaaz am Dienstag mit. Sie hatte die Studie der Universität Oxford über Spenden finanziert.

Nach EU-Vorschriften darf verarbeitetes Elfenbein aus der Zeit vor 1947 frei gehandelt werden. Elfenbein aus den Jahren 1947 bis 1990 darf nur mit einem Zertifikat verkauft werden, aus den Jahren ab 1990 gar nicht mehr. Das Verbot soll die grassierende Wilderei stoppen, die Elefanten weltweit bedroht. Jährlich werden laut Avaaz 30 000 Elefanten wegen ihres Elfenbeins illegal getötet.

Ausnahme für altes Elfenbein dient als Schlupfloch

Avaaz hatte nach eigenen Angaben mehr als hundert Elfenbeinartefakte in zehn EU-Ländern gekauft und das Alter dann in Oxford über die Radiokarbonmethode bestimmen lassen. Demnach stammten 74,3 Prozent der analysierten Proben aus der Zeit nach 1947 – sie hätten also nur mit Zertifikat gehandelt werden dürfen. Von den in Deutschland erworbenen Artefakten seien mehr als die Hälfte aus illegal gehandeltem Elfenbein gewesen.

Die Organisation sieht darin den Beweis dafür, dass die Ausnahme für altes Elfenbein als Schlupfloch für den illegalen Handel genutzt wird. Sie fordert, die Lücke zu schließen. Der Handel mit Rohelfenbein solle komplett verboten werden.

Die EU-Kommission hatte voriges Jahr versucht, mit neuen Regeln den Export alten Elfenbeins aus der EU zu stoppen. Denn die „legale Ausfuhr von Gegenständen aus Altelfenbein“ könnte zur Verschleierung illegalen Handels dienen, erklärte die Brüsseler Behörde damals.

Von dpa/RND

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