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07:47 06.04.2017
Anfang März besiegelten der französische Peugeot-Konzern und General Motors die Übernahme von Opel. Quelle: dpa
Berlin

Nach dem Spitzengespräch von Politik und Peugeot in Berlin hoffen die 19.000 deutschen Opel-Mitarbeiter auf mehr Informationen zum Verkauf des Autobauers an den französischen PSA-Konzern. In Eisenach sowie den beiden anderen deutschen Opel-Standorten soll es zeitgleich Betriebsversammlungen geben. Am Nachmittag will sich Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug im Stammwerk Rüsselsheim vor der Presse äußern.

In Eisenach bauen rund 1850 Beschäftigte derzeit die beiden Kleinwagenmodelle Corsa und Adam. Bis 2019 soll die Thüringer nach bisherigen Plänen auf die Produktion des Modells Mokka umbestellt sein.

Belegschaft, IG Metall und Betriebsräte hatten das Opel-Management und den US-Mutterkonzern General Motors (GM) zuletzt für deren Informationspolitik kritisiert. Betriebsversammlungen in den Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern waren daher am vergangenen Freitag unterbrochen worden. Dass sollte Druck auf das Management aufbauen. Nach Angaben des Betriebsrats kam danach Bewegung in die Gespräche.

Peugeot-Chef: Jobgarantien werden eingehalten

Am Mittwoch hatte Peugeot-Chef Carlos Tavares bei einem Treffen in der Hauptstadt Bundesregierung und den Ministerpräsidenten mit Opel-Werken versichert, dass bei der Übernahme des Autobauers alle Standort- und Jobgarantien eingehalten werden. Tavares betonte, er wolle eng mit den Arbeitnehmervertretungen zusammenarbeiten. An dem Spitzengespräch nahm auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann teil.

Betriebsbedingte Kündigungen sind nach den mit dem jetzigen Eigentümer GM vereinbarten Tarifverträgen bis Ende 2018 ausgeschlossen, Investitionszusagen gelten bis 2020. Was danach langfristig am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim sowie den Werken in Eisenach und Kaiserslautern passiert, ist noch unklar.

Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall beschäftigen rund 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland. Der traditionsreiche Autobauer fährt seit Jahren tiefrote Zahlen ein, legte zuletzt beim Absatz aber deutlich zu.

Opel soll eigenständig fortgeführt werden

PSA, Bund, die Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen, Gewerkschaften und Gesamtbetriebsrat hatten am Mittwoch erklärt, die Franzosen wollten zusammen mit Gewerkschaften und Betriebsrat eine langfristige Perspektive für alle Marken, Produktionsstandorte und das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim finden.

PSA-Chef Tavares bekräftigte, dass Opel/Vauxhall „als eigenständiges und einheitliches Unternehmen mit unabhängigen Marken“ im PSA-Konzern fortgeführt werden solle. Die Übernahme könne einen europäischen Marktführer mit Spitzenpositionen in einzelnen Kernmärkten schaffen. PSA zahlt an den bisherigen Opel-Eigentümer General Motors für das Europageschäft mit Finanzsparte insgesamt 2,2 Milliarden Euro. GM steht für Pensionsverpflichtungen in Milliardenhöhe gerade.

Von RND/dpa