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Wirtschaft Waggonbau Niesky ist insolvent
Nachrichten Wirtschaft Waggonbau Niesky ist insolvent
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17:05 02.01.2018
Quelle: dpa
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Dresden/Niesky

Der Waggonbau Niesky ist zahlungsunfähig. „Die Nachricht von der Insolvenz dieses traditionsreichen Unternehmens bedauere ich außerordentlich, insbesondere da unseres Wissens die Auftragsbücher gut gefüllt waren“, erklärte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig am Dienstag in Dresden. „Wir stehen in Kontakt mit dem Unternehmen, um Möglichkeiten für eine Unterstützung des Freistaates auszuloten“, fügte der SPD-Politiker hinzu. „Mehr als 300 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel – in einer Region, die in den letzten Monaten bereits schlechte Nachrichten verkraften musste“, fügte er hinzu.

Die Waggonbau Niesky GmbH (WBN) produziert in Niesky nach den Angaben des Ministeriums mit rund 320 Beschäftigen und etwa. 100 Leiharbeitskräften Güterwaggons und Drehgestelle. 2017 feierte die WBN das Jubiläum „100 Jahre Schienenfahrzeugbau in Niesky“. In Europa gelte das Unternehmen als Marktführer für Spezialfahrzeuge, unter anderem produziere WBN Transportwaggons aus Aluminium für die Schweizer Post. Für 2016 habe das Unternehmen einen Rekord bei den Auftragseingängen gemeldet – plus 110 Prozent auf 137 Millionen Euro, bei einem Exportanteil von 70 Prozent. Abnehmer sind zu 90 Prozent europäische Länder, zehn Prozent exportiert Niesky nach Asien. Während der Chinareise im November 2016 von Wirtschaftsminister Martin Dulig schloss die WBN in Shanghai zwei Verträge im Wert von insgesamt knapp zehn Millionen Euro.

Dulig erklärte zur aktuellen Entwicklung: „Wir werden mit allen Kräften das Unternehmen unterstützen, um im Zuge des Insolvenzverfahrens mit dem Insolvenzverwalter die Aufrechterhaltung und Weiterführung des Betriebes und die Arbeitsplätze vor Ort zu sichern. Ich sehe in der Insolvenz auch eine Chance für einen Neustart des Unternehmens, besonders aufgrund der hochqualifizierten, motivierten Mitarbeiter und des vorhandenen technischen Know-hows. Hier stehen auch die Gesellschafter und die Gläubiger in der Verantwortung.“

Von Ingolf Pleil

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