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Wirtschaft Vural Öger: Niedergang eines Lebemannes
Nachrichten Wirtschaft Vural Öger: Niedergang eines Lebemannes
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18:37 06.12.2016
Gut gelaunt, das war einmal: Vural Öger muss Privatinsolvenz anmelden. Quelle: dpa
München

Feiner Anzug, perfekt gestutzter Bart, selbstbewusstes Lächeln – diese Rolle gefiel dem Türken, der in den Sechzigerjahren nach Deutschland kam und begann, sein Reiseimperium aufzubauen. Öger-Tours war die führende Marke bei Türkei reisen, in seiner alten Heimat besaß Öger zahlreiche Hotels.

Dass war einmal: „Herr Öger verfügt nach meinen Erkenntnissen über keine nennenswerten Vermögenswerte mehr“, erklärte sein Insolvenzverwalter Matthias Hofmann. Ögers Anwalt war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Für die SPD im Europa-Parlament

Der Lebemann liebte die große Bühne. Von 2004 bis 2009 gehörte er für die SPD dem Europäischen Parlament an. 2010 verkaufte der Deutsch-Türke sein Unternehmen an den Konkurrenten Thomas Cook.

Einige Jahre später stieg der Unternehmer erneut in den Markt ein, hatte jedoch keinen Erfolg. „Nach dem Zusammenbruch seiner Unternehmensgruppe in Deutschland und der Türkei Ende 2015 und Anfang des Jahres 2016 sieht sich Vural Öger insbesondere aus übernommenen Bürgschaften persönlichen Schulden in erheblicher Höhe ausgesetzt“, heißt es in der Mitteilung des Insolvenzverwalters.

Erfolgsformat im TV: Vural Öger wurde durch „Die Höhle der Löwen“ noch berühmter. Quelle: Vox

Zu Ögers Gläubigern gehören die Isbank, die Fluggesellschaft SunExpress und der Insolvenzverwalter der ebenfalls insolventen Gesellschaft Fly Türk. Einige Zahlungen, die Öger bereits geleistet hat, wird der Insolvenzverwalter möglicherweise zurückfordern, um alle Gläubiger gleich zu behandeln. Mit wie viel Geld die Gläubiger noch rechnen können, ist nach Aussage des Insolvenzverwalters unklar.

Das Verfahren ist der vorläufige Tiefpunkt des Zampanos. Und ob es wirklich so dramatisch um Ögers Vermögensverhältnisse steht, darf durchaus bezweifelt werden. Von Ende 2015 an verkaufte der Unternehmer eine ganze Reihe an Immobilien und Wertgegenständen – scheinbar, um sich ärmer rechnen zu lassen. Darauf folgte ein Arrestbefehl gegen den einstigen Selfmade-Millionär, der inzwischen untergetaucht war.

Gerichte sprachen von Vermögensverschleierung. Einsicht? Keine Spur. „Ich bin ein Opfer von Putin und Erdogan“, sagte der Touristikunternehmer im Sommer dieses Jahres. Schuld an seiner Krise waren also die ausbleibenden russischen Touristen in der Türkei. Der 74-Jährige dazu: „Ich habe alles verloren.“

Von RND/cab/dpa

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