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Wirtschaft Verunsicherung: Dresdner Mercedes-Mitarbeiter senden Signal an Konzernleitung
Nachrichten Wirtschaft Verunsicherung: Dresdner Mercedes-Mitarbeiter senden Signal an Konzernleitung
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17:13 09.09.2015
Mercedes-Mitarbeiter vor der Filiale an der Fritz-Meinhard-Straße. Quelle: Hauke Heuer
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Sie hoffen auf das Fortbestehen ihrer Arbeitsverträge.

„15 Teilnehmer sind sehr viel. Da ist die Werkstatt leer“, sagt Jens Kiehle von der IG-Metal fast schon entschuldigend als er am Dienstagmittag seine Mitstreiter vor der Mercedes Benz Niederlassung an der Zwickauer Straße in Dresden begrüßt.

„Morgen entscheidet sich in Stuttgart, ob der Konzernvorstand auf unsere Forderungen eingeht. Dann entscheiden wir gemeinsam, wie weiter vorgegangen wird“, spricht der Gewerkschafter in den Kreis, um seine verunsicherten Kollegen zu informieren.

Ähnliche Szenen spielten sich am Dienstag in ganz Ostdeutschland ab. Der Hintergrund: Der Mercedes-Konzern will sich von seinen eigenen Filialen in den Neuen Bundesländern trennen. Betroffen sind Standorte in Rostock, Schwerin, Magdeburg, Dresden, Leipzig und Erfurt. Derzeit läuft ein Bieterverfahren, in dem alle Filialen auf einen Schlag den Besitzer wechseln sollen. Die Beschäftigten machen sich nun Sorgen – um ihre Arbeitsplätze und um ihren Tariflohn: „Ich bin im dritten Lehrjahr und werde wahrscheinlich übernommen. Trotzdem habe ich Angst um meine Stelle. Unsere Geschäftsleitung sagt zwar, dass alles so bleibt wie es ist – wirklich versichern kann uns das aber niemand“, sagt die Auszubildende zur Bürokauffrau Michele Posselt (18). Gebrauchtwagenhändler Dirk Mann (47) sieht das Problem in der steigenden Verunsicherung: „Ich persönlich bin zuversichtlich, dass alles so bleibt wie es ist. Die Geschäftsleitung versucht in dieser Situation, den Mitarbeitern größte Sicherheit zu vermitteln. Ich kenne aber viele Kollegen, die sich dennoch große Sorgen um ihren Job machen, denn noch gibt es keine konkreten Zusagen.“

Den Mercedes-Mitarbeitern geht es weniger um ihre Stellen, als darum, das geltende Tarifverträge aufrechterhalten werden. So bekommen die Mechaniker und Kundenbetreuer aus dem Osten zwar nicht den selben Lohn, wie ihre westdeutschen Kollegen, aber immerhin werden sie nach Flächentarifvertrag bezahlt. „Der Status-Quo muss unbedingt erhalten bleiben“, sagt der Dresdner Betriebsratsvorsitzende Hans-Ulrich Kunz.

Jens Kiehle setzt sich wieder in seinen roten Bus und fährt zum nächsten Standort auf die Fritz-Meinhardt-Straße. Diesmal versammeln sich rund 70 Leute vor dem Autohaus. „Lasst uns alle zusammen einen Mercedes-Stern aus Menschen formen“, fordert der Gewerkschafter seine Kollegen auf. Der Stern gerät ein wenig schief. Ein Symbol für die Marke Mercedes in Ostdeutschland?

Hauke Heuer

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