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Wirtschaft Verbraucherschützer warnen vor smarten Puppen
Nachrichten Wirtschaft Verbraucherschützer warnen vor smarten Puppen
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17:56 06.12.2016
Wenn der Roboter und die Puppe online sind, können Kinder ihnen Fragen stellen. Doch auch Dritte können sich mit dem Spielzeug verbinden und so mit den Kindern kommunizieren, warnen Verbraucherschützer. Quelle: Amt für Verbraucherschutz Norwegen
Brüssel

Verbraucherschützer warnen vor möglichen Datenlecks bei Kinderspielzeug mit Internetverbindung. Über die Puppe „My Friend Cayla“ und den Roboter „i-Que“ könnten Dritte sich ohne Schwierigkeiten mit Kindern unterhalten, erklärte der europäische Verbraucherverband Beuc am Dienstag. Die Kritiker stützen sich dabei auf eine Untersuchung des norwegischen Verbraucherverbands.

“Jeder kann sich mit den Puppen verbinden“

Wenn zum Beispiel „Cayla“ online ist, können Kinder der Puppe Fragen stellen. Eine spezielle App wandelt die Sprache in Text um, sucht eine Antwort im Internet und lässt die Puppe antworten. Als mögliche Fragen nennt die Firma „Vivid“, die die Figur in Deutschland vertreibt, „Soll ich mir die Nägel lackieren?“ oder „Wo ist der Eiffelturm?“.

Nach Darstellung der Verbraucherschützer kann sich jeder in der Nähe über eine Bluetooth-Funkverbindung mit den smarten Puppen verbinden und sie als eine Art Headset für das Smartphone nutzen. So könnten auch Fremde mit den Kindern kommunizieren, argumentieren sie.

Zudem verstoßen die Nutzungsbedingungen aus ihrer Sicht gegen EU-Recht: Kunden müssen demnach vor dem Gebrauch erlauben, dass die Bedingungen später ohne ihr Wissen geändert werden, ihre Daten für persönliche Werbung genutzt und dass Informationen weitergereicht werden.

Interaktion mit den Puppen wird vom Hersteller gespeichert

Alles, was Kinder den Puppen erzählen, werde an eine US-Firma weitergereicht, die auf Spracherkennung spezialisiert sei und die Daten auch an Dritte weitergeben und umfassend nutzen dürfe. Außerdem seien die Produkte auf Schleichwerbung programmiert: Cayla etwa erzähle, wie sehr sie Disney-Filme liebe. Die Sprachaufnahmen seien allerdings verschlüsselt und auch der überwiegende Großteil der Datenübermittlung sei mit Verschlüsselung geschützt.

Verbraucherverbände in Norwegen, Frankreich, Schweden, Griechenland, Belgien, Irland und den Niederlanden wollen laut Beuc Beschwerde bei nationalen Verbraucherschutz- oder Datenschutzbehörden einreichen. Beuc wendet sich an die EU-Kommission und das europäische Gremium nationaler Datenschützer. „Vivid“ äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht zu den Vorwürfen.

In einem Video zeigt der norwegische Verbraucherverband, wie einfach sich Dritte mit den Puppen verbinden und so leicht mit Kindern kommunizieren können.

Von RND/dpa/abr

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