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Wirtschaft VW macht trotz Dieselkrise Milliardengewinn
Nachrichten Wirtschaft VW macht trotz Dieselkrise Milliardengewinn
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13:18 01.08.2018
VW-Chef Herbert Diess blickt auf ein gutes Quartal zurück, sieht den Konzern aber vor schwierigen Zeiten. Quelle: AP
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Wolfsburg

Volkswagen hat trotz der Abgasaffäre beim Absatz einen guten Lauf. Zwischen April und Juni kletterten die Auslieferungen im Jahresvergleich um knapp 7 Prozent auf 2,8 Millionen Fahrzeuge. Der Umsatz stieg damit um 3,4 Prozent auf 61,1 Milliarden Euro. Das Jahr ist damit aber noch lange nicht gelaufen, denn die Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP macht die nächsten Monate schwer berechenbar.

Weil viele Fahrzeuge bis zum Stichtag 1. September nicht nach den neuen Regeln zertifiziert sein werden, wird die Produktion gedrosselt, gleichzeitig werden manche Modelle auf Halde produziert. Was dabei geschäftlich herauskommt, ist unsicher wie selten.

„Das zweite Halbjahr wird deutlich anspruchsvoller“, sagte Finanzchef Frank Witter. Die nächste Herausforderung wartet mit den neuen Elektroautos, die dem Hersteller weniger Gewinn bringen als die aktuellen Modelle. „Insbesondere 2019 und 2020 braucht es große Anstrengungen, um unsere Ziele zu erreichen“, sagte Diess. Obwohl die Prognose für das Gesamtjahr unverändert bleibt, reagierte die Börse prompt: Der Kurs fiel um rund 2 Prozent.

Handelsstreit stellt Automobilindustrie vor Herausforderungen

Zwar verdiente VW zuletzt dank des weiter schwungvollen Verkaufs seiner 12 Fahrzeugmarken weltweit überraschend viel Geld und konnte dadurch die Belastungen bisher finanziell abfedern. Das soll laut Diess nun allerdings zunehmend schwieriger werden. Er verwies zudem auf den drohenden Handelskrieg zwischen der EU, den USA und China: „Auch der wachsende Protektionismus stellt die global vernetzte Automobilindustrie vor große Herausforderungen.“

Dass der Konzern dabei vor allem bei teureren Autos besser dasteht und auch bei Kostensenkungen vorankommt, sorgte im abgelaufenen Quartal für einen deutlich besseren Betriebsgewinn im Tagesgeschäft. Vor Sondereinflüssen, Zinsen und Steuern kletterte das operative Ergebnis um 22,7 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro.

Sonderkosten drücken Gewinnprognose deutlich

Was bei der optimistischen Gewinnmitteilung des zweiten Quartals aber unterging, sind die Sonderkosten. Denn diese werden üblicherweise von Volkswagen ausgeklammert. Durch den Dieselskandal und die damit verbundenen Klagen und Rechtsverfahren fielen rund 1,6 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten für den Konzern an. Damit wächst die Rechnung für die Dieselaffäre auf insgesamt rund 27,4 Milliarden Euro. Folglich fiel der Gewinnzuwachs unterm Strich mit knapp 7 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro deutlich schmaler aus als beim operativen Ergebnis, weil die Sonderkosten einen größeren Sprung zunichte machten.

Von RND/dpa/stw

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