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12:28 24.11.2015
Container Terminal von Eurogate im Hafen von Hamburg. Quelle: Christian Charisius/Archiv
München

Die deutsche Wirtschaft lässt sich ihre Zuversicht nicht nehmen: Im November ist der Ifo-Geschäftsklimaindex überraschend von 108,2 im Oktober auf 109,0 Punkte gestiegen.

Das teilte das Ifo Institut am Dienstag in München mit. Ihre aktuelle Geschäftslage sowie die Erwartungen für die kommenden sechs Monate bewerteten die befragten Industrie-, Handels- und Bauunternehmen besser als zuletzt. Experten hatten mit einer leichten Eintrübung gerechnet, nachdem das Konjunkturbarometer im Vormonat leicht zurückgegangen war.

"Die deutsche Wirtschaft zeigt sich von der zunehmenden weltweiten Unsicherheit unbeeindruckt. Nicht einmal die Anschläge von Paris haben sich in den Daten negativ bemerkbar gemacht", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Auch in den Antworten, die danach eingegangen seien, habe sich keine negative Tendenz gezeigt, ergänzte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe.

Von der Wachstumsschwäche in Schwellenländern wie China lassen sich die Unternehmen ebenfalls wenig beeindrucken. Der weiterhin gute Handel mit Europa sowie mit den USA wirke ausgleichend, sagte Wohlrabe. Die nach wie vor gute Konsumstimmung und Investitionen zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms kurbeln zudem die Binnennachfrage an, wie KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner erklärte: "Wenn nun noch, wovon wir ausgehen, die Erholung in Europa weiter vorangeht, und sich das zuletzt enttäuschende Wachstum in den Schwellenländern zumindest stabilisiert, sehen auch unsere Exporte und Unternehmensinvestitionen wieder besser aus."

Auch die Stimmung in der Automobilbranche ist weiterhin gut. Der Abgas-Skandal bei Volkswagen habe "offenbar keine Spuren hinterlassen", sagte Wohlrabe und vermutet: "Wenn die Leute keinen VW mehr kaufen, dann kaufen sie vielleicht einen Opel."

Weniger optimistisch sind die Einzelhändler. Die aktuelle Lage wird zwar noch annähernd so gut eingeschätzt wie zuletzt, die Erwartungen für das kommende halbe Jahr gingen jedoch merklich zurück. Um das Weihnachtsgeschäft mache er sich jedoch keine Sorge, sagte Wohlrabe. Die Zahlen seien noch über dem langfristigen Durchschnitt. "Ich sehe da noch keine Trendwende, dass der Konsum sich abschwächen könnte."

Das Ifo Institut befragt jeden Monat 7000 Unternehmen nach ihrer aktuellen Lage und ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Im November legte der Index für die aktuelle Geschäftslage von 112,7 auf 113,4 Punkte zu, der Erwartungsindex verbesserte sich von 103,9 auf 104,7 Punkte. Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

dpa

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