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Wirtschaft Ü-Eier: Justiz ermittelt wegen Kinderhandel
Nachrichten Wirtschaft Ü-Eier: Justiz ermittelt wegen Kinderhandel
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12:07 24.11.2016
Wird das Spielzeug in den Kinderüberraschungseiern von arbeitenden Kindern hergestellt? Ferrero lässt die Vorwürfe untersuchen. Quelle: dpa
Bukarest

Seit über 40 Jahren erfreut sich Ferreros Kinder-Überraschung größter Beliebtheit bei Kindern und Sammlern. Nun steht das Unternehmen am Pranger: Grund ist ein Bericht der britischen Boulevardzeitung „The Sun“, laut dem Kinder in Rumänien bis zu 13 Stunden täglich „Sklavenarbeit“ bei der Herstellung von Überraschungseiern geleistet haben sollen.

Das Echo darauf ist immens: Neben Ferrero, die direkt eine Untersuchung ankündigten, beschäftigen die Vorwürfe auch die Justiz. Die Staatsanwaltschaft in Rumänien hat Ermittlungen eingeleitet. Es seien „Überprüfungen zu den Aspekten, die in dem Pressebericht gemeldet wurden“, aufgenommen worden, teilte die Sondereinheit der Staatsanwaltschaft (DIICOT) mit, die für Kampf gegen Organisiertes Verbrechen zuständig ist.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP konkretisierte eine Sprecherin: Bei den Ermittlungen gehe es auch um den Verdacht des Kinderhandels.

Alles nur eine Inszenierung?

Die örtlichen Behörden dagegen bezweifeln den Bericht der britischen Zeitung. Äußerungen der Mutter der betroffenen Kinder stützen dies. Timea Jurj, die in dem Video der „Sun“ gemeinsam mit ihren Kinder, einem elfjährigen Jungen und ein sechsjähriges Mädchen, mitten in einem Haufen von kleinen Einzelteilen zu sehen ist, wirft der „Sun“ eine „Inszenierung“ vor. „Die Journalisten haben den Kindern gesagt, wie sie sich neben mich setzen sollen“, sagte Timea Jurj mit Blick auf die „Sun“.

Für Zweifel an den Vorwürfen sorgen auch die Aussagen einer Schuldirektorin der Region. Die beiden Kinder seien regelmäßig in der Schule oder im Kindergarten, wird Schulleiterin Mariana Dragos in der Agentur Agerpres zitiert. Es sei daher auszuschließen, dass die Kinder ausgebeutet würden oder 13 Stunden am Tag arbeiteten.

Greenpeace: Kinderarbeit auch bei Nutella-Produktion

Für Ferrero ist der Vorwurf der Kinderarbeit übrigens nicht neu. Im Februar 2015 warf Greenpeace dem Unternehmen vor, dass bei der bei der Haselnuss- und Kakao-Ernte im Rahmen der Herstellung von Nutella zu Kinderarbeit kommen soll. Das „Greenpeace Magazin“ bezeichnete in diesem Zusammenhang Nutella als „schmutzige Schokolade“ auf seiner Webseite und auf Facebook.

Von zys/dpa/afp/RND

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