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Wirtschaft US-Notenbank lässt Leitzins unverändert
Nachrichten Wirtschaft US-Notenbank lässt Leitzins unverändert
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22:20 21.09.2016
Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins unverändert gelassen (im Bild: Fed-Chefin Janet Yellen). Quelle: GETTY IMAGES
Washington

Die US-Notenbank Federal Reserve lässt bei ihrer Geldpolitik weiter größte Vorsicht walten. Der Leitzins für die größte Volkswirtschaft der Welt bleibt unverändert in einem Zielkorridor von 0,25 bis 0,5 Prozent, wie der Offenmarkt-Ausschuss der Fed am Mittwoch bei seiner September-Sitzung beschloss. Der Ausschuss sendete jedoch deutlich Signale für eine Zinserhöhung im Dezember.

Angesichts der Finanzkrise hatte die Federal Reserve den Leitzins Ende 2008 auf das Rekordtief von null bis 0,25 Prozent gesenkt. Im Dezember beendete die Zentralbank dann die Ära der Nullzinsen und hob den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an – die erste Erhöhung seit 2006. Als Grund führten die Währungshüter die Verbesserung der Lage auf dem US-Arbeitsmarkt an. Seitdem jedoch verzichteten sie auf weitere Zinserhöhungen.

Inflation unter der Zielmarke

Die zehn Mitglieder des Offenmarkt-Ausschusses waren sich nicht einig. Fünf Teilnehmer stimmten mit Fed-Chefin Janet Yellen und ihrem Stellvertreter William Dudley gegen eine sofortige Zinserhöhung und drei dafür. Die Fed hatte Ende 2015 signalisiert, sie könnte 2016 bis zu vier Mal an der Zinsschraube drehen. Stattdessen wird es höchstens einen Zinsschritt in diesem Jahr geben.

„Die Investitionen in die Wirtschaft bleiben weich, sowohl im Energiesektor als auch darüber hinaus“, sagte Yellen. In der Energiebranche gebe es jedoch Anzeichen, dass die Bohraktivitäten langsam wieder anzögen. Die Inflation sei in den vergangenen zwölf Monaten mit weniger als 1 Prozent deutlich unter der Zielmarke von zwei Prozent geblieben. „Aber wir erwarten, dass die Zielvorgabe in den nächsten zwei bis drei Jahren erreicht wird“, sagte Yellen.

„Die Fed geht auf Nummer sicher“

„Wir sind weniger als sieben Wochen von der Wahl entfernt. Bei den gemischten Signalen von den Märkten ist die Fed ganz klar auf Nummer sicher gegangen“, sagte Dennis de Jong vom Online-Broker UFX.com. Mit einer moderaten Anhebung wird nach der US-Präsidentschaftswahl gerechnet.

Erste Gelegenheit wäre im Dezember. „Die Argumente für eine Zinserhöhung sind stärker geworden“, hieß es in einer Mitteilung der Fed. Allerdings wolle der Ausschuss noch warten, bis sich die Anzeichen, dass sich die Wirtschaft in Richtung ihrer Zielvorgabe entwickelt, verfestigen.

Händler erwartet „Klima der Unsicherheit“

Anleger reagierten wenig überrascht. „Die Märkte haben bereits weitgehend einen Zinsanstieg im Dezember eingepreist“, sagte Mike Read vom Händler-Netzwerk Pelican in London. Er befürchtet jedoch, dass das „Klima der Unsicherheit“ in den kommenden Monaten noch intensiver werden wird, auch wegen der „Brexit“-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU.

Der Kurs des Euro legte nur zeitweise etwas zu und erreichte ein Tageshoch bei 1,1197 US-Dollar. Zuletzt stand die Gemeinschaftswährung aber wieder kaum verändert. Auch an den US-Aktienmärkten beflügelte der Zinsentscheid nur kurz.

Von dpa/afp/RND

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