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Wirtschaft Thyssenkrupp könnte seine Werften verkaufen
Nachrichten Wirtschaft Thyssenkrupp könnte seine Werften verkaufen
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17:48 08.06.2018
Auf dem Gelände der ThyssenKrupp Marine Systems liegt das neue U-Boot „Rahav“ (l) für die israelische Marine. Quelle: dpa
Hamburg/Essen

Nach Berichten über einen möglichen Verkauf der Thyssenkrupp-Werften hat die IG Metall die Bundesregierung und Unternehmen scharf attackiert. „Sie tragen die Verantwortung für das drohende Desaster“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken am Freitag in Hamburg. „Ausgelöst wurde das Ganze durch das Bundesverteidigungsministerium, das mit der europaweiten Ausschreibung des Milliardenauftrags MKS 180 das Aus des Marineschiffbaus in Deutschland billigend in Kauf nimmt.“

Das „Handelsblatt“ hatte berichtet, dass sich Thyssenkrupp von seinem Überwasser-Schiffbau mit rund 1000 Beschäftigten in Emden, Hamburg und Kiel trennen wolle oder auf der Suche nach Partnern sei. Die Bundesregierung hatte vor drei Monaten Thyssenkrupp und der Bremer Lürssen-Gruppe mitgeteilt, dass sie aus dem Bieterverfahren für das Kriegsschiff MKS 180 ausgeschieden seien. Dabei ging es um ein Auftragsvolumen von mindestens 3,5 Milliarden Euro für vier Schiffe.

Ein Unternehmenssprecher sagte auf Anfrage in Essen, für Thyssenkrupp Marine Systems sei der Überwasser-Schiffbau ein zentrales Standbein: „Deshalb setzen wir alles daran, bei wegweisenden Schiffbauprojekten wie den Mehrzweckkampfschiffen MKS 180 unsere Leistungsfähigkeit und Erfahrung einzubringen.“ Nur so könne entscheidendes Know-how für den Überwasser-Schiffbau in Deutschland erhalten werden, den die Bundesregierung als Schlüsseltechnologie bezeichnet habe.

Der Konzern will sich auf Technologie-Güter konzentrieren

Thyssenkrupp wird derzeit von Investoren zunehmend unter Druck gesetzt, die einen schnellen Umbau des Konzerns fordern. Die ursprünglich für Mai geplante Vorlage einer neuen Strategie hatte sich zuletzt verzögert. Hintergrund sind die noch laufenden Verhandlungen über eine Stahlfusion mit dem Konkurrenten Tata. Die neue Strategie soll nun nach der bis zur Jahresmitte geplanten Unterzeichnung der Verträge zur Stahlfusion vorgelegt werden.

Der Essener Konzern befindet sich nach einer existenzbedrohenden Krise wegen massiver Fehlinvestitionen bereits seit Jahren im Umbruch: Der Konzern will sich von dem schwankungsanfälligen Stahlgeschäft trennen und stärker auf Industriegütergeschäfte wie Aufzüge oder Komponenten für die Autoindustrie setzen. Doch die Fusion läuft bislang nicht reibungslos: Druck bekam Hiesinger wegen Tata von den Gewerkschaften, die fürchteten, die Fusion könne zulasten der deutschen Seite gehen.

Von dpa/RND

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