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Wirtschaft Tesla erreicht Produktionsziel von 5000 Autos pro Woche
Nachrichten Wirtschaft Tesla erreicht Produktionsziel von 5000 Autos pro Woche
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07:46 02.07.2018
Erste Wagen des ersten günstigeren Tesla-Fahrzeugs Model 3 stehen auf dem Fabrikgelände von Tesla. Quelle: dpa
New York

Autobauer Tesla stellt pro Woche 5000 preisgünstigere Elektrowagenmodelle her und hat damit die Zielmarke von Konzernchef Elon Musk erreicht. „Wir haben es geschafft!“, schrieb Musk in einer internen E-Mail an die Belegschaft. „Was für eine sagenhafte Leistung eines tollen Teams.“ Über die E-Mail berichtete zunächst die Webseite Electrek, später bestätigte das Unternehmen deren Echtheit.

Bei den 5000 Wagen handelt es sich um Kompaktautos der Reihe 3s. Die Wagen sollen Tesla aus der Nische führen und zu einem Autohersteller mit Breitenwirkung machen. Vom Fließband gingen auch insgesamt 2000 Autos vom Typ Model S Sedan und Geländewagen Model X, wie berichtete Musk. Damit sei die Rekordzahl von 7000 Wagen pro Woche erzielt worden.

Analysten sehen Tesla-Leistung kritisch

Als im Sommer 2017 die Produktion der ersten Model-3s-Wagen anlief, versprach Musk 5000 pro Woche bis Dezember und 10.000 pro Woche im Jahr 2018. Gleichwohl warnte er, dass sein Unternehmen eine sechs Monate währende „Produktionshölle“ im Bemühen um die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele bevorstehe.

Dave Sullivan, Produktanalyse-Manager bei der Marktforschungsfirma AutoPacific, zeigte sich indes wenig beeindruckt von Teslas Leistung. „Das (Ziel) zu erreichen ist das Eine“, sagte er. „Konstant 5000 pro Woche mit außerordentlicher Qualität zu produzieren ist das Andere. Ich denke nicht, dass es die einmalige Produktion von 5000 etwas ist, dass einen in Begeisterung versetzen sollte – es sei denn, es lässt sich wiederholen.“

Model 3 für Teslas Zukunft entscheidend

Verkäufe von Model-3-Wagen sind für Teslas Zukunft entscheidend. Das Unternehmen hat noch nie einen Jahresgewinn vermeldet. Im ersten Quartal gab es eher ein Minus von mehr als eine Milliarden Dollar. Investoren an der Wall Street, die die Tesla-Aktie auf 340 Dollar pro Stück gedrückt haben, werden angesichts der Verluste ungeduldig.

Erst im März stufte eine Abteilung der Rating-Agentur Moody's Teslas Schulden auf Ramschniveau herunter. Das Unternehmen drohe, kein frisches Geld für die Abdeckung von Betrieb, Kapitalausgaben und Verbindlichkeiten in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar zu haben, warnte Moody's Investor Service. Tesla beharrte indes darauf, dass der Absatz der Model-3-Wagen die Rechnung bezahlen und für Gewinne sorgen werde. Vor wenigen Wochen hatte Tesla bekanntgegeben, 3000 Mitarbeitern zu kündigen.

Dem Unternehmen machen aber auch Sicherheitsfragen zu schaffen. Die Ermittler zweier US-Bundesbehörden beschäftigen sich derzeit mit fünf Unfällen von Tesla-Wagen, darunter einigen mit dem halbautonomen Autopilot-System oder schwer löschbaren Batteriebränden. Trotz der Herausforderungen war Musk in Feierlaune. „Ich denke, wir sind eben eine richtige Autofirma geworden“, schrieb er.

Von RND/dpa