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Wirtschaft Steuersenkung: So viel bleibt für Sie übrig
Nachrichten Wirtschaft Steuersenkung: So viel bleibt für Sie übrig
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18:06 12.10.2016
Je nach Einkommen hat ein kinderloser Single durch die Steuerentlastung zwischen zwei und zwölf Euro mehr im Monat im Portemonnaie. Das reicht für ein bis zwei Kaffee – oder einen kleineren Einkauf.   Quelle: dpa
Berlin

 Arbeitnehmer und Familien sollen vom nächsten Jahr an steuerlich entlastet werden. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch eine Anhebung der Freibeträge sowie mehr Kindergeld und einen höheren Kinderzuschlag auf den Weg. Insgesamt sollen die Bürger um jährlich 6,3 Milliarden Euro entlastet werden.

Im Geldbeutel des Einzelnen wird sich die Mini-Steuerreform aber nur wenig auswirken. Das zeigen Berechnungen des Berliner Steuerexperten Frank Hechtner. Je nachdem wie hoch das Bruttoeinkommen ist, bewegt sich die Entlastung zum Beispiel für einen Single ohne Kind im nächsten Jahr zwischen jährlich 24 und 145 Euro gegenüber 2016.

Dabei handelt es sich um vorläufige Berechnungen. Die exakten Werte können erst ermittelt werden, wenn Änderungen in den Sozialversicherungen für 2017 bekannt sind.

Rechenbeispiel 1: Ein kinderloser Single

Bruttomonatseinkommen: 1000 Euro
Entlastung 2017: 24 Euro im Jahr / 2 Euro pro Monat

Bruttomonatseinkommen: 4000 Euro
Entlastung 2017: 62 Euro im Jahr / rund 5,20 Euro pro Monat

Bruttomonatseinkommen: 6000 Euro
Entlastung 2017: 85 Euro im Jahr / rund 7,10 Euro pro Monat

Die maximale Entlastung von 145 Euro im Jahr tritt erst ein, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen über 256.303 Euro liegt – also über dem Tarifeckwert für den Beginn des Spitzensteuersatzes.

Rechenbeispiel 2: Ein Ehepaar mit zwei Kindern

Wenn nur ein Partner arbeitet, und das Bruttomonatseinkommen liegt zwischen 1000 und 1500 Euro – dann liegt die Entlastung bei 48 Euro im Jahr oder rund 4 Euro pro Monat.

Beide Partner verdienen, das eine Bruttomonatseinkommen liegt bei 2500 Euro, das zweite bei 2000 Euro – die Entlastung beträgt 155 Euro im Jahr oder 12,92 Euro im Monat

Beide Partner verdienen jeweils 4000 Euro brutto pro Monat – durch die Steuerreform werden sie um 181 Euro pro Jahr oder rund 15,10 Euro pro Monat entlastet.

Die maximale Entlastung von 390 Euro im Jahr oder 32,50 Euro im Monat tritt erst ein, wenn das gemeinsame zu versteuernde Jahreseinkommen über 512.606 Euro liegt.

Die Eckpunkte der Mini-Steuersenkung

Der Grundfreibetrag soll von derzeit 8652 Euro um 168 Euro auf 8820 Euro steigen, ein Jahr später um weitere 180 Euro auf dann 9000 Euro. Davon profitieren alle Steuerzahler. Denn es werden 2017 bei einem Ledigen erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 8820 Euro im Jahr Steuern fällig. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich dieser Betrag auf 17.640 Euro. Damit haben Arbeitnehmer etwas mehr Geld, da der Fiskus erst bei Einkommen über dem Grundfreibetrag Steuern abzieht.

Der Kinderfreibetrag von 7248 Euro wird im ersten Schritt um 108, im zweiten um 72 Euro erhöht. Für Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ihres Einkommens steuerfrei. Da dieser Freibetrag Familien mit höheren Einkommen zugutekommt, wird in der Regel auch das Kindergeld angehoben – auch wenn dies rechtlich nicht zwingend ist. Die Politik ist aber um einen „Gleichschritt“ bemüht.

Das Kindergeld soll daher erneut um zwei Euro pro Kind steigen. Zuletzt wurde es im Januar um zwei Euro im Monat angehoben. Für die ersten beiden Kinder beträgt es aktuell monatlich je 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro. Ab Kind Nummer vier gibt es jeweils 221 Euro. Wer wenig verdient, kommt zudem in den Genuss des Kinderzuschlags, der Anfang 2017 um 10 Euro je Monat erhöht wird.

Wer wenig verdient, kommt zudem in den Genuss des Kinderzuschlags, der Anfang 2017 um 10 Euro je Monat erhöht wird. Zugleich sollen die 2017 und 2018 Tarifeckwerte des Einkommensteuertarifs ausgeweitet werden. Insgesamt sollen Bürger so um jährlich 6,3 Milliarden Euro entlastet werden.

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Von dpa/RND

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