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„Steilvorlage für die ersten Warnstreiks“

VW-Tarifgespräche ergebnislos „Steilvorlage für die ersten Warnstreiks“

Im Tarifstreit beim Autohersteller Volkswagen wurde auch die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnisse vertagt. Das vom Konzern vorgelegte Angebot sei eine „Unverschämtheit“, sagte Verhandlungsführer Thorsten Gröger von der IG Metall Niedersachsen. Nach Ablauf der Friedenspflicht drohen Ende Januar erste Warnstreiks.

Mitarbeiter verschiedener Unternehmen bei einer Kundgebung der IG Metall

Quelle: dpa

Hannover. Die Tarifverhandlungen für etwa 120.000 VW-Beschäftigte sind erneut vertagt worden. „Volkswagen hat heute eine Chance verspielt, den Weg für konstruktive Verhandlungen zu bereiten. Das ist eine Provokation für die Beschäftigten“, sagte Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt am Donnerstag nach der zweiten Verhandlungsrunde. Das von VW vorgelegte Angebot bezeichnete er als eine „Unverschämtheit“. Damit rücken mögliche Warnstreiks näher.

Auch Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh kündigte an: „Das ist eine Steilvorlage für die ersten Warnstreiks nach Auslaufen der Friedenspflicht Ende Januar.“

Das Angebot des Konzerns sieht vor, die Entgelte ab Mai um 2 Prozent anzuheben - mit einer Laufzeit von 12 Monaten, sagte VW-Verhandlungsführer Martin Rosik. Zusätzlich sei für Februar bis April eine Einmalzahlung von 200 Euro vorgeschlagen worden. Dieses Angebot orientiert sich am Arbeitgebervorschlag in den Tarifverhandlungen für die übrige Metallbranche. Die IG Metall hatte zuvor 6 Prozent mehr Lohn gefordert, außerdem eine Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung sowie eine Garantie für den Erhalt von Ausbildungsplätzen.

Keine Angebote zur Altersvorsorge

Die IG Metall kritisierte, die Ausbildungszusage solle dem Vorschlag zufolge nur um ein Jahr verlängert werden, zur betrieblichen Altersvorsorge habe es kein Angebot gegeben. Stattdessen habe Volkswagen Gegenforderungen nach Beiträgen der Beschäftigten gestellt. „Ich fordere Volkswagen auf, diese Haltung grundlegend zu ändern“, sagte Gröger.

Rosik betonte: „Wir haben der IG Metall deutlich gemacht, dass im Gegenzug ein Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung erforderlich ist.“ Volkswagen stehe vor enormen Herausforderungen, sagte er mit Blick auf den Wandel hin zur E-Mobilität und die Digitalisierung. Als Beispiel zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit nannte Rosik die Arbeitszeitflexibilität: Volkswagen wolle eine Quote vereinbaren, um nötigenfalls die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden pro Woche ausweiten zu können.

„Volkswagen stellt unrechtmäßige Gegenforderungen, die dem Manteltarifvertrag zuwiderlaufen. Das werden wir nicht mitmachen“, erklärte Osterloh dazu. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 30. Januar in Hannover geplant.

Einigung über Ausbildungsplätze läuft aus

Zuletzt hatte der Autobauer jährlich 1400 Ausbildungsplätze geschaffen, die meisten Azubis werden bei VW danach übernommen. Eine Vereinbarung zwischen VW und IG Metall über die Zahl der Ausbildungsplätze läuft demnächst aus. Weil für den Bau von Elektroautos aber weniger Beschäftigte benötigt werden als für die Herstellung von Verbrenner-Modellen, könnte der Arbeitskräftebedarf künftig sinken.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif und läuft Ende Januar aus. Er gilt in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der Finanztochter aus Braunschweig.

Von dpa/RND

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