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Nachrichten Wirtschaft So trickst Amazon mit den Rabatten
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19:21 21.11.2016
Cyber Monday Woche: Acht Tage lang senkt Amazon die Preise von Tausenden Produkten Quelle: dpa
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Luxemburg/Hannover

„Die Schnäppchenjagd ist eröffnet“, schreibt Amazon zum Start seiner sogenannten Cyber Monday Woche. Bis zum 28.November senkt der Versandhändler jeden Tag die Preise von ausgewählten Produkten um bis zu 50 Prozent. Bei den sogenannten Blitzangeboten gelten die Rabatte aber nur vier Stunden lang und auch nur so lange der Vorrat reicht. Neben den Produkten läuft deshalb eine Uhr herunter, und ein Balken zeigt an, wie viel vom Sortiment schon verkauft worden ist. Die Kunden müssen sich also beeilen, wenn sie ein Schnäppchen machen wollen.

Sie sollten sich trotzdem die Zeit für einen Preisvergleich nehmen, empfiehlt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie sieht in den Angeboten der Cyber-Monday-Woche „viel heiße Luft“ und wirft Amazon vor, mit übertriebenen Rabatten zu werben. Denn das Unternehmen vergleiche die reduzierten Preise mit den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller – aber niemand verkaufe die Produkte zu diesen Preisempfehlungen, auch Amazon nicht, berichtet die Verbraucherzentrale NRW.

Preisnachlass in Wirklichkeit niedriger

Das beweist eine Stichprobe: Am Montagmittag senkte Amazon den Preis der Akku-Heißklebepistole GluePen von Bosch auf 25,90 Euro. „Sie sparen 35 Prozent“, schrieb der Versandhändler dazu. Allerdings bezog sich der Rabatt auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (39,99). Amazon selbst verlangt sonst aber nur 29,99 Euro für das Produkt, also gerade einmal 4,09 Euro mehr als in den vier Stunden am Montag. Wer die Heißklebepistole also als Blitzangebot bestellte, sparte in Wahrheit nur 14 Prozent.

Eine anderes Beispiel: Amazon senkte am Montag auch den Preis der digitalen Küchenwaage Page Profi von Soehnle auf 19,95 Euro und schrieb dazu: „Sie sparen 60 Prozent.“ Allerdings kostet das Produkt sonst nur 29,99 Euro und nicht 49,99 Euro, wie es der Hersteller empfiehlt. Tatsächlich sparten die Käufer am Montag also nur 10,04 Euro oder 33 Prozent.

Schließlich ein drittes Beispiel: Am Montag kostete der Monitor GL2250HM von BenQ vier Stunden lang 86,99 Euro. Damit lag Amazon zwar 33 Prozent unter der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers (129,00 Euro). Aber vor und nach dem Blitzangebot bezahlte der Käufer 107,99 Euro für den Bildschirm. Tatsächlich sparten also die Schnäppchenjäger nur 19,5 Prozent.

Das empfehlen Verbraucherschützer

Zu ähnlichen Ergebnissen kam die Verbraucherzentrale NRW 2015 und 2014. Im vergangenen Jahr zum Beispiel überprüfte sie zehn Blitzangebote: Während Amazon mit Preisnachlässen von 59 Prozent im Durchschnitt warb, habe der Rabatt tatsächlich nur bei 18 Prozent gegenüber den Normalpreisen gelegen, erklärte ein Sprecher der Verbraucherzentrale NRW. Er warnte deshalb davor, sich von Amazons Prozentzahlen blenden zu lassen. Seine Empfehlung: Erst mit zwei bis drei Preissuchmaschinen überprüfen, ob Amazon tatsächlich den besten Preis bietet oder ob ein anderer Händler günstiger ist – und dann erst ein Produkt bestellen, empfahl der Verbraucherschützer.

Von RND/wer

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