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13:29 07.05.2018
Gegen ihn wird in den USA und in Deutschland ermittelt: Martin Winterkorn, der frühere Vorstandschef von Volkswagen. Quelle: dpa
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Hannover

Er war einer der Stars der deutschen Wirtschaft: Martin Winterkorn führte Volkswagen von Rekord zu Rekord, Umsatz und Gewinn stiegen immer höher, der Konzern stellte Zehntausende neue Mitarbeiter ein. „Wiko“, wie er bei VW genannt wurde, galt als detailverliebter Ingenieur und großartiger Manager – auch wenn sein Führungsstil autoritär war, er als harter, manchmal cholerischer Chef galt, dessen Wutausbrüche gefürchtet waren.

Im September 2015 trat Winterkorn im Zuge der Diesel-Affäre zurück. Heute lebt er zurückgezogen irgendwo in Deutschland, vermutlich in München. Er ist Multimillionär, doch jetzt muss er um seine Freiheit und seine finanzielle Existenz fürchten.

Das droht ihm:

Die US-Behörden haben ihn angeklagt, weil er Teil einer „Verschwörung gegen die USA“ gewesen sei. Dabei geht es um die Annahme, dass er schon vor dem Auffliegen der Affäre im September 2015 über Manipulationen an der Abgasreinigung von Diesel-Fahrzeugen informiert wurde.Es wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen. Deutschland liefert keine Staatsbürger an die USA aus, doch sollte Winterkorn ins Ausland reisen, könnte er festgenommen und in den USA vor Gericht gestellt werden. Dort drohen ihm 25 Jahre Haft.

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Winterkorn wegen des Verdachts des Betrugs und der Marktmanipulation.

Prozess wegen Wegen des Kurseinbruchs klagen viele Investoren auf Schadenersatz von VW. Vorstände von Aktienunternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, die Finanzmärkte sofort über alles zu informieren, was für den Kurs der Aktie wichtig ist. Im Zuge der Diesel-Affäre stürzte der VW-Kurs massiv ab.

Volkswagen prüft seit zwei Jahren mögliche Schadenersatzansprüche gegen Winterkorn. Insgesamt könnte VW bis zu einer Milliarde Euro von ihm zurückfordern. Allein in den USA hat die Dieselaffäre den Konzern 25 Milliarden Euro gekostet. Manager sind gegen Schadenersatzansprüche versichert – allerdings kaum bis zu einer Milliarde Euro.

Das hat Winterkorn zu verlieren:

Sein Vermögen wird auf 100 Millionen Euro geschätzt. Als VW-Chef verdiente er ein Grundgehalt von 1,6 Millionen Euro pro Jahr. Durch Boni und sonstige Zuschläge kam er jedoch auf ein Jahresgehalt von 15 bis 17 Millionen Euro.

Seine Rente beläuft sich auf 3287 Euro – pro Tag. Die Rente wird auf Basis des Grundgehalts berechnet, sie beträgt 70 Prozent des Grundgehalts, also 1,2 Millionen Euro pro Jahr.

Insgesamt belaufen sich seine Pensionsansprüche auf 30 Millionen Euro.

Laut „Bild“ besitzt Winterkorn zudem in München eine Villa, die einen Wert von 1,5 Millionen Euro haben soll.

Im Extremfall könnten die Verfahren Winterkorn ruinieren. Allerdings ist unklar, inwieweit er Teile seine Vermögens bereits in Sicherheit gebracht hat – z.B., indem er es auf seine Frau übertragen hat. Experten halten es zudem für unwahrscheinlich, dass VW es tatsächlich auf ein Schadenersatzverfahren ankommen lässt. Vor Gericht könnten dann nämlich noch einige Details darüber herauskommen, was bei VW alles schiefgelaufen ist – und wer noch davon wusste.

Das sagt Winterkorn:

Zuletzt gar nichts, der ehemalige VW-Chef hat sich seit seinem Auftritt im Bundestags-Untersuchungsausschuss nicht mehr öffentlich geäußert. „Bei passender Gelegenheit“ könnte sich das aber ändern: Er werde dann seine Sicht der Dinge darstellen, sagte eine informierte Person am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Dies hänge aber vom Fortgang der Ermittlungen in Deutschland ab. Winterkorn sei „nicht im Büßergewand“, sagte der Insider, der mit dem 70-Jährigen in Kontakt steht. Der ehemalige VW-Vorstandschef verfolge die aktuellen Schlagzeilen aufmerksam. Seine Familie gebe ihm viel Rückhalt.

Von dpa/rms/RND

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