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Wirtschaft So bekommen Aktionäre die richtigen Informationen
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15:00 23.01.2018
Kaufen, verkaufen, halten: Die Meinung von Analysten kann Orientierung geben. Quelle: Foto: dpa
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Frankfurt/Main

Weltweit ist die Stimmung prächtig an den Börsen: Der Dax kletterte am Dienstag zeitweise auf fast 13 600 Punkte – der höchste Wert in der 30jährigen Geschichte des Leitindex. In den USA ist der Dow Jones seit zwei Jahren auf einer rasanten Rekordfahrt, zuletzt hat er die 26 000er Marke locker übersprungen. An der Börse konnte man in den vergangenen Jahren also viel Geld verdienen – doch die deutschen Sparer setzen viel lieber auf Sparbuch und Tagesgeldkonto.

Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) besaßen 2016 nur noch knapp neun Millionen Menschen Aktien und Fondsanteile. Allzu oft gelten Aktien als zu riskant, weil die Kurse an den Börsen täglich schwanken. Dabei haben Anleger Einfluss darauf, wie viel Risiko sie eingehen. Das A und O sind Informationen: Je mehr ein Anleger über ein Unternehmen weiß, desto besser kann er die Entwicklungen einschätzen. Sechs Quellen – und was sie dem Anleger bringen:

Geschäftsbericht:

Aktiengesellschaften müssen Anleger umfassend über ihre Lage informieren. Der jährliche Geschäftsbericht ist jedoch meist sehr ausführlich und wirkt unübersichtlich. Man muss sich aber nicht unbedingt durchkämpfen: „Lesen Sie den Lagebericht“, rät Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Dieser sei meist Teil des Geschäftsberichtes und stelle auf wenigen Seiten dar, wie das Unternehmen dasteht und gebe einen Ausblick auf die nähere Zukunft.

Analysten:

Auch Geldinstitute und Investmentgesellschaften kaufen Aktien. Bevor sie dies tun, nehmen eigene Experten Aktientitel und auch Branchen oder Länder genauer unter die Lupe. Die Analysten geben oft auch eine Empfehlung ab: Soll ein Titel gekauft (buy, outperform), gehalten (hold, neutral) oder besser verkauft werden (sell, underperform)? Auch ein Kursziel geben Analysten meist an. In der Regel sind die Analystenkommentare im Internet öffentlich zugänglich. Sie können dabei helfen, besondere Aspekte, Chancen und Gefahren zu entdecken. Allerdings sollten Anleger die Berichte kritisch lesen: „Analysen gibt es wie Sand am Meer“, sagt Lothar Koch von der GSAM + Spee Asset Management AG in Düsseldorf. „Fast alle Meinungen sind vertreten. Das Mitdenken ist strenge Pflicht.“

Investor Relations:

Wichtige Informationen finden Anleger auch im Investor-Relations-Bereich der Unternehmens-Websites. Dort stellen Aktiengesellschaften zum Beispiel die Quartalszahlen zur Verfügung. Auch ein Finanzkalender mit wichtigen Daten für das laufende Geschäftsjahr, Informationen über die Aktionärsstruktur oder Dividendenzahlungen stehen hier meist bereit. Allerdings präsentiert hier das Unternehmen seine Sicht. „Für eine umfassende Einschätzung ist mehr nötig, etwa der Blick auf die Mitbewerber oder die Perspektive der Branche“, erklärt Claus Walter, Geschäftsführer der Freiburger Vermögensmanagement GmbH.

Ad-Hoc-Meldungen:

Aktiengesellschaften sind verpflichtet, kursrelevante Informationen unmittelbar zu veröffentlichen. Die Mitteilungen werden als Ad-hoc-, Börsen- oder als Pflichtmitteilungen bezeichnet. Zwar dienen Ad-hoc-Meldungen in erster Linie dazu, Marktmissbrauch vorzubeugen. „Es wird aber auch manchmal dazu genutzt, eine hohe Aufmerksamkeit zu erreichen“, erklärt Vermögensberater Walter. Daher sollten Anleger die Mitteilungen nicht überbewerten. „Privatanleger sollten möglichst mit einer langfristigen Perspektive von Jahren – besser noch Jahrzehnten – investieren und sich nicht zu sehr von Ad-hoc-Meldungen verunsichern lassen.“

Börsenbriefe:

Um die Aufmerksamkeit der Anleger werben auch Börsenbriefe. Hier beschäftigen sich Finanzexperten mit Aktien, Branchen, Ländern. Die Expertisen kosten in der Regel Geld, auch wenn ein Teil der Informationen manchmal kostenlos zur Verfügung gestellt wird. „Börsenbriefe müssen genauso wie die vielen Anlegermagazine verkauft werden“, gibt Vermögensverwalter Koch zu bedenken. „Manchmal texten sie deshalb sehr reißerisch.“ Anleger sollten sich bei der Lektüre die Frage stellen: „Welches Interesse hat der Autor mit der Weitergabe der Informationen?“, rät Aktionärsschützer Kurz. Mitunter finden sich in solchen Publikationen auch Berichte zu kleinen, marktengen Werten, bei denen schon wenig Nachfrage zu großen Kursbewegungen führen kann. Hier sollten Anleger immer prüfen, ob es ein Interesse daran gibt, den Kurs eines Wertpapiers in eine Richtung zu treiben.

Internetforen:

Zahlreiche Finanzportale bieten Foren an, in denen Anleger diskutieren können. „Grundsätzlich ist der Austausch mit Gleichgesinnten eine gute Sache, um andere Perspektiven und Standpunkte kennenzulernen“, findet Vermögensberater Walter. „Ob die allerdings fachlich fundiert sind oder aus reinem Eigeninteresse ins Netz gestellt werden, lässt sich kaum feststellen.“

Von dpa/RND/rms

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