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Wirtschaft Samsung-Erbe kommt mit einer Bewährung davon
Nachrichten Wirtschaft Samsung-Erbe kommt mit einer Bewährung davon
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11:00 05.02.2018
Der Korruptionsprozess in Südkorea endet mit einer Überraschung: Lees Strafe wird nicht nur halbiert, sondern auch zur Bewährung ausgesetzt. Er ist damit nun wieder frei. Quelle: AP
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Seoul

Ein südkoreanisches Berufungsgericht hat den Samsung-Erben Lee Jae Yong wegen Korruption zu einer zweieinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Lee kam daraufhin am Montag nach knapp einem Jahr im Gefängnis wieder frei. Zugleich ebnet das Urteil den Weg für Lees Rückkehr an die Spitze des Konzerns. Viele Beobachter in Seoul reagierten überrascht, sie hatten eine härtere Strafe erwartet.

Das Berufungsgericht wies die meisten Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft zurück, die Ende Dezember eine zwölfjährige Haftstrafe gefordert hatte. Die Vorinstanz hatte Lee im August noch zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung sagte der 49-Jährige vor Reportern, das vergangene Jahr sei eine „kostbare Zeit für persönliche Besinnung“ gewesen.

Lee soll 2,6 Millionen Euro an die Ex-Präsident gezahlt haben

Ihm wurde vorgeworfen, der früheren südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und ihrer Freundin Choi Soon Sil Geld aus der Unternehmenskasse gegeben zu haben, um nach dem Herzinfarkt seines Vaters 2014 einen reibungslosen Übergang der Kontrolle über den Technologiekonzern zu erreichen. Der Bestechungsfall ist Teil eines riesigen politischen Skandals, der Ende März 2017 zur Amtsenthebung von Park führte.

Das Berufungsgericht erklärte, Lee habe die Bitte der damaligen Präsidentin um finanzielle Unterstützung ihrer Vertrauten Choi nicht ablehnen können und sei zu der Zahlung gezwungen gewesen. Schuldig befanden die Richter Lee wegen Zahlung von 3,6 Milliarden Won (2,6 Millionen Euro) Schmiergeld für den Reitunterricht von Chois Tochter.

Kriminelle Unternehmer kamen vergleichsweise glimpflich davon

Lees Anwalt Lee Injae kündigte an, er werde den Fall vor das Oberste Gericht des Landes bringen. Es wurde erwartet, dass auch die Staatsanwalt Rechtsmittel einlegen würde.

Vor der letzten Anhörung im Berufungsverfahren hatte Lee Samsung acht Milliarden Won zurückgezahlt - die Summe, die Lee nach Ansicht der Vorinstanz bei dem Unternehmen unterschlagen hatte, um Choi zu bestechen.

Das erstinstanzliche Urteil war als Abkehr von der bisherigen juristischen Praxis in Südkorea gewertet worden, Manager führender Unternehmen in Fällen von Wirtschaftskriminalität mit vergleichsweise geringen Strafen davonkommen zu lassen. Dies galt besonders für Konzerne, die zur schnellen Industrialisierung des Landes seit dem Koreakrieg Anfang der 1950er-Jahre beitrugen. Zuletzt konstatierten Beobachter aber in der Bevölkerung zunehmend den Wunsch nach einem Ende der engen Beziehungen zwischen Regierung und Großkonzernen.

Von AP/dpa/RND

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