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Wirtschaft PSA will Teile von Opel verkaufen
Nachrichten Wirtschaft PSA will Teile von Opel verkaufen
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10:05 04.07.2018
Im Forschungs- und Entwicklungszentrums in Rüsselsheim sind 7700 Ingenieure beschäftigt. Quelle: dpa
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Rüsselsheim/Paris

Der französische Autokonzern PSA denkt laut einem Medienbericht darüber nach, sich von einem großen Teil des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim zu trennen. PSA und Opel hätten in den vergangenen Monaten mehrere Dienstleister sondiert, damit diese Übernahmeangebote vorlegen, berichtet die französische Zeitung „Le Monde“. Ein PSA-Sprecher wollte „Spekulationen“ vorerst nicht kommentieren.

4000 Beschäftigte könnten betroffen sein

Im Forschungs- und Entwicklungszentrums in Rüsselsheim arbeiten 7700 Ingenieure. Laut „Le Monde“ wäre ein Großteil der Belegschaft betroffen, PSA habe demnach den Verkauf von Abteilungen mit knapp 4000 Beschäftigten angeboten.

„Le Monde“ beruft sich in dem Bericht unter anderem auf ein auf Mitte Mai datiertes Dokument. Die Zeitung verwies zudem auf eine nicht namentlich genannte Quelle aus dem Umfeld der PSA-Führungsgremien.

Betriebsrat sieht „beispiellose Provokation“

Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug sagte „Le Monde“, er habe bislang nichts von solchen Plänen gewusst. Wenn diese sich bewahrheiten, wäre dies eine „unglaubliche und beispiellose Provokation“ gegen die Arbeitnehmervertreter, zitierte ihn das Blatt.

Ein Opel-Sprecher betonte, das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim werde auch künftig alle Opel-Modelle entwickeln und die Aufgaben der 15 Kompetenzzentren für die gesamte PSA-Gruppe übernehmen. Wegen des „stark rückläufigen“ Volumens von Auftragsarbeiten für General Motors und im Rahmen der Mitbestimmung gelte es, mit den Sozialpartnern eine Lösung zu finden. Dies sei Bestandteil der Ende 2017 unterzeichneten Rahmenvereinbarung. Bisher seien keine Entscheidungen getroffen.

Opel war im vergangenen August von PSA übernommen worden, zu dem bereits die Marken Peugeot, Citroën und DS gehörten. Der Autobauer schreibt seit Jahren Verluste. Deshalb hatte der neue Eigentümer dem Autobauer ein Sparprogramm verordnet. So soll der Autobauer bis 2020 wieder profitabel werden.

Von dpa/RND/ang

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