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Nachrichten Wirtschaft Neue Billigmarke gegen die Wachstumsflaute
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17:30 31.01.2018
Kunde und Wachstum traten bei H&M zuletzt gemeinsam den Rückzug an. Quelle: dpa
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Stockholm

Beim zuletzt umstrittenen schwedischen Moderiesen H&M läuft es wegen schlechter Geschäfte in den Läden auch finanziell nicht rund. Der Gewinn unterm Strich ging im vergangenen Jahr um fast 13 Prozent auf 16,2 Milliarden schwedische Kronen (rund 1,66 Milliarden Euro) zurück. „Die Veränderungen in der Industrie fordern alle heraus“, sagte Unternehmenschef Karl-Johan Persson am Mittwoch. Dies werde sich auch 2018 fortsetzen.

Im Geschäftsjahr 2016/17 stieg der Umsatz zwar um vier Prozent. Im Ende November abgelaufenen Schlussquartal aber ging er erstmals in der Unternehmensgeschichte zurück. Der Online-Shop kann die Probleme in den Filialen kaum abfedern. Außerdem drücken häufige Schlussverkäufe den Gewinn.

Filialgeschäft lastet auf dem Unternehmen

H&M-Chef Karl-Johan Persson zeigt sich enttäuscht. „Wir waren nicht zufrieden mit 2016, und mit 2017 sind wir überhaupt nicht zufrieden“, sagte er kürzlich schwedischen Medien. Am Mittwoch erklärte er: „Die Schwäche liegt in den Läden, wo wir die Veränderungen im Käuferverhalten am deutlichsten spüren.“

Abhilfe soll zunächst eine Idee schaffen, die auf den ersten Blick nicht wie eine modische Heilkur erscheint. Auf dem schwedischen Heimatmarkt will der in die Jahre gekommene, schwerfällige Branchenriese im Laufe des Jahres eine neue Marke lancieren - online und in Shops zunächst in Schweden. Unter dem Titel „Afound“ soll ähnlich einem Outlet reduzierte Kleidung von H&M-Labels und anderen Marken angeboten werden.

Sorgt Billigmarke für Trendwende?

Ob dies die Innovationen sind, die sich die einstigen Kunden von den Schweden erhoffen, bleibt fraglich. Immer wieder musste H&M zuletzt mit Skandalen umgehen. Zuletzt warf Greenpeace dem Modegiganten vor, massenhaft Kleidung zu verbrennen, deren Fehler man hätte ausbessern können. Das Unternehmen betonte zwar, verbrannt werde nur, was mit gefährlichen Chemikalien verunreinigt sei. Doch der Image-Schaden war da.

Das ist nicht das einzige Problem. „Stationär hat H&M die Wachstumsgrenze erreicht“, sagt Joachim Stumpf, der Geschäftsführer der BBE Handelsberatung. Axel Augustin vom Handelsverband Textil stimmt ihm zu: „Sie sind ja schon überall.“ Konkurrenten wie Primark, TK Maxx oder Inditex mit Marken wie Zara und Bershka dagegen könnten neue Filialen eröffnen und damit wachsen.

170 Filialen sollen im Jahr 2018 geschlossen werden

Solches Wachstum funktioniere auf dem deutschen Markt aber nur noch über Verdrängung, sagt Stumpf. „Jeder Cent, den Primark und Zara mehr verdienen, geht zulasten anderer Anbieter.“ H&M mache sich mit seinen vielen Filialen selbst Konkurrenz, sagen die Experten.

Aus diesem Grund will das Unternehmen im laufenden Jahr 170 Filialen schließen. Zudem soll die Produktpalette überarbeitet werden. Wie andere Modehändler mit einem starken Filialnetz auch kämpft H&M mit einem veränderten Kundenverhalten durch die Ausbreitung des Onlinehandels. Am Erfolg von H&M, die vergleichsweise spät ins Online-Geschäft einstiegen, zweifeln die Investoren schon länger. Die Aktie ist bereits seit Frühjahr 2015 auf Talfahrt, rutschte nach dem Pulli-Skandal weiter ab und erreichte am Mittwoch den tiefsten Stand seit Dezember 2008.

Von RND/krö/dpa

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