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Wirtschaft Neben der Rente arbeiten – geht das?
Nachrichten Wirtschaft Neben der Rente arbeiten – geht das?
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22:01 10.08.2018
Wenn die Rente knapp ist, verdienen sich viele etwas dazu – zum Beispiel in der Reinigungsbranche. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Berlin

Viele Rentner können das Arbeitsleben nicht loslassen, sie wollen sich weiterhin mit ihren Fähigkeiten einbringen oder einfach zusätzlich Geld verdienen. Das ist in der Regel ohne Weiteres möglich. Dennoch gilt es, ein paar Punkte zu beachten:

Hinzuverdienstgrenze

Wer das reguläre Rentenalter erreicht hat und eine Altersrente bezieht, darf nebenher in beliebiger Höhe dazuverdienen. „Die Rente wird dadurch nicht gekürzt“, sagt Dirk von der Heide, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Wann das reguläre Rentenalter erreicht ist, hängt vom Geburtsjahrgang ab. Versicherte des Jahrgangs 1953, die in diesem Jahr 65 werden, erreichen das reguläre Rentenalter beispielsweise mit 65 Jahren und sieben Monaten. Für jüngere Jahrgänge steigt die Grenze in den kommenden Jahren schrittweise auf 67 Jahre.

Anders verhält es sich, wenn Arbeitnehmer in eine vorgezogene Altersrente gehen – also beispielsweise schon mit 63 statt mit 65 Jahren. „Dann gilt eine Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro im Jahr“, erklärt von der Heide. Für darüber hinausgehende Verdienste müssen Frührentner Abschläge bei ihrer Rente in Kauf nehmen. Für mehr Informationen empfiehlt sich eine individuelle Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung.

Steuern

Rentner, die zusätzlich arbeiten, haben ein höheres zu versteuerndes Einkommen. Sie sollten deshalb genau ausrechen, wie viel der Verdienst netto einbringt.

Rentenversicherungsbeiträge

Ab Erreichen der Regelaltersgrenze sind Rentner grundsätzlich versicherungsfrei. Das bedeutet, sie müssen selbst keine Beiträge zur Rentenversicherung mehr bezahlen. Lediglich der Arbeitgeber führt bei abhängig Beschäftigten weiter Beiträge für die Rentenkasse ab. Die Rente erhöht sich dadurch für den Arbeitnehmer aber nicht. Beschäftigte können aber gegenüber ihrem Arbeitgeber erklären, zusätzlich selbst den Arbeitnehmeranteil entrichten zu wollen. „Dann erhöht sich durch die eigenen und die vom Arbeitgeber gezahlten Rentenversicherungsbeiträge die Rente zum 1. Juli des Folgejahres“, erklärt von der Heide.

Andere Regeln gelten wieder für Frührentner. Gehen sie einer Beschäftigung nach, müssen sie Rentenversicherungsbeiträge abführen. Diese Regel gilt seit dem 1. Januar 2017. Durch die Beiträge erhöht sich die Rente.

Krankengeld

Wer eine Altersrente bezieht und parallel arbeitet, hat keinen Anspruch auf Krankengeld, wenn er länger als sechs Wochen ausfällt. Begründet wird das damit, dass der Erkrankte durch die Rentenzahlung abgesichert ist und kein weiteres Sicherheitsnetz braucht. Im Gegenzug ist der Beitrag zur Krankenversicherung geringer.

Rente aufschieben

Arbeitet ein Beschäftigter nach Erreichen der regulären Altersgrenze weiter, dann muss er nicht zwangsläufig zusätzlich zu seinem Einkommen seine Rente beziehen – er kann die Rente auch hinausschieben. Das wird von der Rentenversicherung belohnt: „Für jeden hinausgeschobenen Monat erhöht der Arbeitnehmer seine Rente um einen Zuschlag von 0,5 Prozent“, erläutert von der Heide. Wird der Rentenbeginn um ein Jahr verschoben, ergibt sich also ein Rentenplus von 6 Prozent. Zahlt der Beschäftigte in dieser Zeit weiter Beiträge zur Rentenversicherung, erhöht sich der Rentenanspruch weiter.

Von Sabine Meuter und Anne Grüneberg