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15:03 04.01.2018
Naturkatastrophen wie der Hurrikane „Irma“, der in den USA wütete, hinterlassen Schäden – das kostete die Versicherungsbranche im Jahr 2017 rund 135 Milliarden Euro. Quelle: dpa
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München

Hurrikanes, Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen: die Versicherungsbranche musste im Jahr 2017 mit rund 135 Milliarden Dollar soviel zahlen, wie noch nie zuvor. Das geht aus einer Untersuchung der Munich Re hervor, die am Donnerstag in München veröffentlicht wurde. Hauptursache war die Serie schwerer Wirbelstürme, die im vergangenen Herbst die Karibik und die US-Ostküste traf. Die Klima-Fachleute des weltgrößten Rückversicherers sehen in den Naturkatastrophen-Daten der vergangenen Jahrzehnte zwar keinen Beweis, aber doch starke Indizien für die Auswirkungen des Klimawandels. „Vor 2005 gab es kein Jahr, in dem wir auch nur annähernd an hundert Milliarden herangekommen wären“, sagte Munich Re-Klimaexperte und Geophysiker Ernst Rauch.

Auch 2011 hohe Schäden durch Naturkatastrophen

Das Münchner Traditionsunternehmen betreibt eine eigene Naturkatastrophen-Datenbank und analysiert Georisiken. Einschließlich der nicht von Versicherungen abgedeckten Schäden schlugen Naturkatastrophen 2017 sogar mit 330 Milliarden Dollar zu Buche. In dieser Hinsicht war das Jahr 2011 sogar noch teurer, als ein Seebeben und der folgende Tsunami in Japan die Gesamtschäden auf 354 Milliarden Dollar hochtrieb und die Atomkatastrophe von Fukushima verursachte.

Schäden in Deutschland unterdurchschnittlich hoch

In Deutschland verursachten Naturereignisse wie Stürme, Hagel und Starkregen 2017 allerdings nur unterdurchschnittliche Schäden von zwei Milliarden Euro, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ausgerechnet hat. Demnach wüteten hierzulande nur wenige, regional begrenzte Unwetter. Dennoch seien regionale Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen innerhalb kürzester Zeit inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr, sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler. Allein in Berlin und Brandenburg fielen an den letzten beiden Junitagen innerhalb von 24 Stunden mehr als 200 Liter Regen auf einen Quadratmeter - ein Viertel des Jahresdurchschnitts in Deutschland.

Wetterveränderungen als Ursache vieler Kosten

Im Langfristvergleich seit den achtziger Jahren dominiert die Zunahme der von Unwettern verursachten Schäden. Rauch: „Wir sehen starke Indizien dafür, dass mindestens in manchen Regionen der Welt und bei manchen Gefahren veränderte Wettermuster sich heute schon mindestens teilweise in den Daten bemerkbar machen“, sagte der Wissenschaftler. Zu diesen Indizien zählen Rauch und seine Kollegen just die in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt auftretenden schweren Unwetter in Teilen Europas und der USA - Gewitter, Starkregen, Hagel, Tornados. „Wir sehen parallel meteorologische Veränderungen in der Häufigkeit und Intensität und Schadenveränderung“, sagte Rauch.

Entwicklungsländer am schlimmsten getroffen

Die volkswirtschaftlich verheerendsten Folgen verursachen Naturkatastrophen aber laut Munich Re nicht in den Industriestaaten, sondern in Entwicklungsländern, wo vergleichsweise wenige Schäden von Versicherungen abgedeckt sind. „Diese Staaten werden in ihrer Entwicklung immer wieder zurückgeworfen“, sagte Rauch. Die Munich Re arbeitet an einer globalen Partnerschaft für Versicherungsschutz gegen Klima- und Katastrophenrisiken in den Entwicklungsländern mit, die die G20-Staaten beim Hamburger Gipfel im Juli vereinbart hatten.

Klimawandel beeinflusst Branche nachhaltig

Die Zukunftsaussichten in Sachen Klimawandel sind für die Versicherungsbranche nicht sehr erfreulich: „Auch wenn einzelne Ereignisse nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden können, erwarten unsere Experten künftig häufiger solche Ereignisse“, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek.

Von RND/dpa

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