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Nachrichten Wirtschaft Nach sechs Wochen darf wegen Krankheit gekündigt werden
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13:29 07.05.2018
Wer mehr als sechs Wochen im Jahr krank ist, muss mit einer Kündigung rechnen. Quelle: imago/Ralph Peters
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Hannover

21 Tage krankheitsbedingte Fehlzeit in zwei Jahren? Das reicht bei der Deutschen Post, um keine feste Anstellung zu bekommen. Niederlassungsleiter haben von der Konzernspitze ein entsprechendes Konzept bekommen. Darin heißt es, dass Mitarbeiter in zwei Jahren nicht häufiger als sechsmal krank gewesen sein beziehungsweise nicht mehr als 20 Krankheitstage anhäufen dürfen. Doch kann man überhaupt aufgrund von Krankheit gekündigt werden?

Die Annahme, während einer Krankheit unkündbar zu sein, hält sich hartnäckig. Eine Erkrankung allein ist grundsätzlich auch noch kein Kündigungsgrund. Die damit verbundenen Fehlzeiten können allerdings eine Kündigung rechtfertigen.

In der Rechtssprechung werden drei Kündigungsformen unterschieden. Die betriebsbedingte, die verhaltensbedingte und die personalbedingte Kündigung. In langfristigen Krankheitsfällen kommt die betriebsbedingte Kündigung zu tragen. Langfristig bedeutet: Ist ein Arbeitnehmer über ein Jahr mehr als sechs Wochen krank, droht ihm der Rauswurf.

Wirksamkeit der Kündigung auch Abwägungssache

Nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) müssen für eine wirksame Kündigung wegen Krankheit allerdings gewisse Punkte erfüllt sein, die der Arbeitgeber beweisen können muss. Bleibt nur einer von ihnen unerfüllt, wäre eine Kündigung nicht rechtens.

So muss der erkrankte Arbeitnehmer, dem gekündigt werden soll, eine negative Gesundheitsprognose haben. Das heißt, dass die Krankheit des Arbeitnehmers so langwierig und hartnäckig ist, dass angenommen werden kann, dass er auch in Zukunft deswegen ausfallen wird.

Auch das wirtschaftliche Interesse des Arbeitgebers wird berücksichtigt. Entstehen durch die Erkrankung des Mitarbeiters betriebliche Störungen, sei es durch die aufwendige Suche nach Ersatz oder hohe Kosten durch Lohnfortzahlung, so kann ihm gekündigt werden.

Und auch die Interessen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden gegeneinander abgewägt. Soll eine Kündigung wirksam sein, so muss das Interesse des Arbeitgebers an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses höher sein als das Interesse des Arbeitnehmers an seinem Job. Ein Gericht prüft, ob dem Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung zugemutet werden kann.

Was tun, wenn die krankheitsbedingte Kündigung kommt?

Nach Erhalt der Kündigung hat der Arbeitnehmer drei Wochen Zeit, eine sogenannte Kündigungsschutzklage vor Gericht einzureichen. Es ist also Eile geboten. Eine Kündigung anfechten sollte man nur dann, wenn sie unwirksam ist. Unwirksam ist sie dann, wenn in einem Betrieb von mehr als zehn Mitarbeitern die oben genannte Punkte nicht alle zutreffen. Will man dies beweisen, sollte man beispielsweise Nachweise vom Arzt vorliegen haben, die zeigen, dass es eine positive Gesundheitsprognose des Arbeitnehmers gibt, der gekündigt werden sollte.

Von fw/RND

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