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Wirtschaft Mit Coaching raus aus der Sackgasse
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14:22 22.06.2017
Gewusst wie: Schritt für Schritt die Karriereleiter empor – ein Coaching kann da eine sinnvolle Unterstützung sein. Quelle: iStockphoto
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Hannover

Die WBS Training AG und das INQUA-Institut bieten Coachings mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten an. Beide arbeiten mit ausgebildeten Coaches nach dem systemischen Ansatz.

Simone Falk-Meding coacht mit ihrem Team bei der WBS-Training AG arbeitsuchende Menschen. „Wir haben eine große Bandbreite an Kunden, vom promovierten Augenarzt über Fachkräfte diverser Bereiche bis zum Produktionshelfer. Jeder kann sich aus den bis zu 30 Modulen, die wir anbieten, das heraussuchen, was für ihn wichtig ist“, erklärt sie. Auch hier entscheidet die Arbeitsagentur, wie viele Module à 60 Minuten der Klient (Coachee) in Anspruch nehmen kann. „Unsere Kernthemen sind die aktuelle Situation, die Erstellung aussagestarker Unterlagen, aber natürlich auch Themen wie Selbstmanagement und Stärken und Schwächen in der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch“, berichtet Simone Falk-Meding. „Ganz wichtig bei vielen Coachees ist das individuelle Anschreiben – viele sind unsicher, was sie da schreiben sollen.“

Mitunter wird gegen die eigenen Werte gearbeitet

Und manchmal gibt es ungeahnte Wendungen während des Coaching-Prozesses. „Ich hatte einen Coachee, der aus dem Vertrieb kam, dort sehr erfolgreich aber unglücklich war. Ich merkte bald, dass er an bestimmten Stellen blockiert schien und als wir uns mit seinen Werten beschäftigten, stellte sich heraus, dass er die ganze Zeit gegen seine Werte gearbeitet hatte.“ Er ging dann in den sozialen Bereich. „Diese Erkenntnis hat er erst im Laufe des Coachings gewonnen!“

Seit 2012 leitet Simone Falk-Meding den Bereich des Online-Bewerbungscoachings. Anfangs sei sie sehr skeptisch gewesen. „Ich dachte, Coaching und online, das passt nicht zusammen, ich war überzeugter Präsenz-Coach.“ Doch inzwischen habe sie die Erfahrung gemacht, dass gerade das Online-Coaching sehr zielführend und effektiv sein kann. „Wir bieten eine ganze Palette an Möglichkeiten der direkten Zusammenarbeit in einem virtuellen Coachingraum.

Was braucht der Mensch, um zufrieden im Job zu sein?

Das Institut für qualitative Sozialforschung (INQUA) mit Sitz in Berlin hat sich auf das Coaching von Akademikern und Führungskräften spezialisiert. „Am Anfang stand die Frage: Was braucht der Mensch, um einen Job zu finden, der ihn zufrieden macht?“, erzählt Geschäftsführer Dr. Martin Hertkorn, der das Institut vor zwanzig Jahren gegründet hat. Im Mittelpunkt steht das vom INQUA-Institut entwickelte High-Profiling-Kompetenzprofil, das in einem mehrstufigen Prozess nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt wird. Darin werden die fachlichen und vor allem sozialen Kompetenzen des Klienten herausgearbeitet. Entwicklungshypothesen runden das Profil ab.

„Wer zum Beispiel stets für Harmonie und Ausgleich sorgt, vernachlässigt möglicherweise eigene Ziele. Wer sich hingegen immer durchsetzt, sollte vielleicht an seinem Einfühlungsvermögen arbeiten“, erläutert Hertkorn. „Neben meinen beruflichen Erfahrungen muss ich als Klient wissen, was meine Interessen und Kompetenzen sind, ebenso wo meine Stärken liegen und welche Werte ich habe.“ Zudem sei es für den Klienten wichtig, zu wissen, welchen Nutzen er der Firma bringt, bei der er sich bewirbt. „Wenn all das klar ist, kann ich überzeugen“, erklärt Martin Hertkorn weiter. Der Klient bekommt nach jeder Sitzung Hausaufgaben, er protokolliert die Sitzung, füllt Arbeitsblätter zu Rückschau und beruflicher Zukunft aus und bekommt eine Fülle an Informationen an die Hand, darunter Vorlagen für den Lebenslauf, Musterbewerbungen oder Informationen zu Gehaltsverhandlungen. Das Konzept kommt bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gut an. „Wir sind für unser Angebot vom Prüfdienst der BA mit 98 von 100 Prozent bewertet worden“, bestätigt Martin Hertkorn.

Die Ziele werden vorab festgelegt

Auch die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) begleitet Arbeitssuchende auf ihrem Weg in die Erwerbstätigkeit. Dabei bietet sie Coaching sowohl individuell als auch in der Gruppe an. „Unser Vermittlungscoaching wird sehr gut angenommen. Viele Kunden tun sich sehr schwer oder haben es verlernt, aktiv auf Arbeitgeber zuzugehen oder aktiv für sich zu ‚werben’“, berichtet DAA-Bereichsleiterin Christine Dressler aus Kiel.

Neben dem Coaching von Flüchtlingen und deren Begleitung im Anerkennungsverfahren bietet die DAA auch ein systemisches Coaching für Bedarfsgemeinschaften an. „Damit nehmen wir die Familie ganzheitlich in den Fokus und sind in der Lage tradierte Erwerbslosigkeit, die sich zum Teil über Generationen gefestigt hat, in den Blick zu nehmen“, erläutert Christine Dressler. Die Ziele des Klienten werden zu Beginn des Coachings genau festgelegt. Ändert sich der Inhalt während des Prozesses, wird ein Alternativprogramm erarbeitet. „Manchmal genügt es, einen Betreuungsplatz für das Kind zu finden, damit die Mutter wieder arbeiten kann. Manchmal ist die Aktivierungsarbeit aber auch über eine längere Zeit und in hoher Konstanz erforderlich.“

Coaching mit dem AVGS

Was ist systemisches Coaching?

Coaching ist eine Form individueller Prozessbegleitung im beruflichen Umfeld. Das systemische Coaching geht davon aus, dass Menschen in miteinander agierenden Systemen leben. Somit kann unser Handeln niemals isoliert betrachtet werden, sondern hat immer eine Außenwirkung. Beim systemischen Coaching wird der Klient (Coachee) dabei unterstützt, Zusammenhänge und Muster zu erkennen, alte Muster abzulösen, bzw. Muster neu- oder weiterzuentwickeln. Werte des Klienten, seine Wünsche und seine Fähigkeiten werden thematisiert und mögliche Blockaden sichtbar gemacht. Oft reicht es aus, die Perspektive auf bestimmte Situationen zu wechseln, um alte Denkmuster zu verlassen und sich neu zu orientieren.

Was ist ein AVGS-Gutschein?

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) wird seit 2012 von der Agentur für Arbeit auch für ein berufliches Coaching ausgestellt. Man muss arbeitslos gemeldet sein, um ihn zu bekommen. Der AVGS wird nur durch den Vermittler ausgestellt. In seinem Ermessen liegt es, ob und in welchem Umfang der Kunde den AVGS nutzen kann. Oft ist es sinnvoll, erst den Anbieter zu kontaktieren, denn er kann bei der „Überzeugungsarbeit“ für einen Gutschein unterstützen. Wichtig ist hierbei: Zuerst recherchieren, ob der Anbieter für einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein zertifiziert ist.

Von Sonja Steiner/RND

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