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Wirtschaft Lufthansa streicht abermals Hunderte Flüge
Nachrichten Wirtschaft Lufthansa streicht abermals Hunderte Flüge
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14:00 23.11.2016
Am Mittwoch sagte die Lufthansa bundesweit rund 900 Flüge ab. Quelle: dpa
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München

Der Piloten-Streik bei der Lufthansa hat am Mittwoch auch am Münchner Flughafen die Reisepläne vieler Passagiere durchkreuzt. Wegen des Ausstands fielen rund 360 Kurz- und Langstreckenflüge von und nach München aus. Ebenso viele Verbindungen müsse man auch am Donnerstag streichen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Weil sich viele Fluggäste aber bereits vorab über die Internetseite Lufthansa.com darüber informierten, ob ihre Verbindung von dem Streik betroffen ist, seien sie erst gar nicht zu dem Flughafen gekommen. „Es ist sehr ruhig“, sagte die Sprecherin.

Den betroffenen Passagieren hatte die Lufthansa angeboten, ihre Tickets umzubuchen oder – bei innerdeutschen Zielen – in Fahrkarten der Deutschen Bahn einzutauschen. Einen Großteil der Fluggäste habe man vorab per Mail oder SMS über die Ausfälle informiert, sagte die Sprecherin. Viele von ihnen seien auf Maschinen der zur Gruppe gehörenden Gesellschaften AUA sowie Swiss umgebucht worden. „Wir haben dadurch die Möglichkeit, die Passagiere zu ihren europäischen und Langstreckenzielen zu bringen.“ Die beiden Konzerngesellschaften setzten dafür auch größere Maschinen ein.

Cockpit fordert mehr Gehalt für 5400 Piloten

Bundesweit sagte Deutschlands größte Airline fast 900 Flüge ab, davon etwa 50 Interkontinentalverbindungen. Rund 100.000 Reisende waren von dem Ausstand betroffen. An diesem Donnerstag soll der Streik weitergehen: Wie die Lufthansa mitteilte, fallen 912 Flüge aus – unter anderem 82 Langstreckenflüge. Davon seien rund 115.000 Passagiere. Nicht betroffen sind Flüge der Lufthansa-Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels Airlines und Air Dolomiti. Am Mittag wollte die Lufthansa einen Sonderflugplan für Donnerstag veröffentlichen.

Der Anlass des mittlerweile 14. Streiks der Vereinigung Cockpit (VC) sind die Forderungen zum Gehalt von rund 5400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. Die VC verlangt Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass es sei fünf Jahren keine Gehaltserhöhungen gegeben habe, während das Unternehmen Milliardengewinne eingefahren habe.

Die Lufthansa drängte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einer Vermittlung in dem Tarifkonflikt. „Wir sagen: Wir müssen die Schlichtung haben“, sagte Lufthansa-Sprecher Martin Leutke im ZDF-„Morgenmagazin“. Er warf VC vor, sie sei „offenbar mehr an einer Eskalation interessiert als an einer zielorientierten Lösung des Konflikts“. Zugleich betonte das Unternehmen seine Bereitschaft zu neuen Tarifverhandlungen. Eine Schlichtung hatte die die Gewerkschaft bereits am vergangenen Mittwoch abgelehnt.

Lufthansa-Streik: Das müssen Reisende wissen

Zahlreiche Lufthansa-Flugzeuge heben am Mittwoch nicht ab – auch am Donnerstag wollen die Piloten ihre Arbeit niederlegen. Wo können sich Betroffene informieren? Und welche Rechte haben Reisende? Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen.

Von dpa/afp/RND

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