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Wirtschaft Lufthansa-Piloten drohen mit sofortigen Streiks
Nachrichten Wirtschaft Lufthansa-Piloten drohen mit sofortigen Streiks
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16:47 14.11.2016
Bei der Lufthansa drohen neue Streiks. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Passagiere der Lufthansa müssen sich erneut auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat zu einem erneuten Pilotenstreik bei der Lufthansa aufgerufen. Der genaue Zeitpunkt des 14. Ausstandes im laufenden Tarifkonflikt soll mit einem Vorlauf von 24 Stunden bekanntgegeben werden, erklärte die Gewerkschaft in Frankfurt. Anlass sind die erneut gescheiterten Verhandlungen zu den Gehältern der rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten bei der Lufthansa-Kerngesellschaft. Eine in letzter Sekunde von der Lufthansa angebotene Schlichtung lehnte die VC ab.

Es habe seit mittlerweile fünf Jahren keine Gehaltserhöhungen mehr gegeben, während das Unternehmen rund 5 Milliarden Euro Gewinn eingefahren habe, erklärte VC-Präsident Ilja Schulz. Die Gewerkschaft fordert Gehaltserhöhungen von mehr als 20 Prozent. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von rund 3,66 Prozent. Lufthansa habe nur eine Nullrunde angeboten. Seit April 2014 hat die VC bereits 13 Streiks bei der Lufthansa veranstaltet.

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens nannte die Streikandrohung „absolut unverständlich“. Sie forderte die Gewerkschaft zu weiteren Gesprächen auf. Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels forderte die VC auf, in eine Schlichtung einzusteigen. Diese sei auch für weitere Themen außer dem Gehalt möglich.

Altersversorgung und Übergangsrente: Zentrale Tarifthemen ungeklärt

Nach bislang 13 Streikwellen ist die Sachlage in dem festgefahrenen Tarifkonflikt komplizierter denn je. Mit der Altersversorgung und den Übergangsrenten sind weitere zentrale Tarifthemen ungeklärt. Auch hatte die VC vergeblich in Sondierungen versucht, die Arbeitsbedingungen für Piloten bei der Billigtochter Eurowings in ihrem Sinne zu regeln. Lufthansa lehnt es ab, die dortigen Piloten nach dem teuren Lufthansa-Regelwerk zu beschäftigen. Ein isolierter Tarifabschluss allein zu den Gehältern wurde wegen der Gemengelage schon im Vorfeld als unwahrscheinlich angesehen.

Der alte Vergütungstarifvertrag für die Konzern-Piloten ist im Frühjahr 2012 ausgelaufen. Die VC hatte für die zwei darauffolgenden Jahre Forderungen von 5,2 Prozent sowie 4,6 Prozent aufgestellt, die weiter bestehen, und wollte auch über die Folgejahre sprechen. Lufthansa hatte zuletzt im Rahmen einer Gesamtlösung 4,4 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern angeboten.

Letzter Streik im September 2015

Zuletzt hatten die Lufthansa-Piloten im September 2015 die Arbeit niedergelegt. Das Landesarbeitsgericht Hessen hatte ihren Streik als unrechtmäßig gestoppt, weil mit der Eurowings-Frage tariffremde Streikziele verfolgt worden seien. Die VC hat sich seitdem öffentlich mit Forderungen zum Eurowings-Thema zurückgehalten und die formalen Tarifverhandlungen wieder vorangetrieben. Ein erneutes Scheitern der Gespräche könnte als Ausgangspunkt neuer Streiks genutzt werden.

Unterdessen drohen bei der Lufthansa-Tochter Eurowings neue Streiks der Flugbegleiter. Bei Germanwings und Eurowings seien Streiks auch kurzfristig möglich, sagte der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies. Allerdings hofft Baublies noch auf eine gütliche Lösung. In dieser Woche fänden Krisengespräche mit dem Mutterkonzern Lufthansa statt.

Bei einem Streik Ende Oktober hatte Ufo mit Unterstützung der Kollegen bei der Schwestergesellschaft Germanwings, die ebenfalls zur Plattform Eurowings gehört, an einem Streiktag 393 von 551 geplanten Eurowings-Flügen ausfallen lassen.

Von RND/dpa

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