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Wirtschaft Linde-Aufsichtsrat stimmt Fusion mit Praxair zu
Nachrichten Wirtschaft Linde-Aufsichtsrat stimmt Fusion mit Praxair zu
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19:28 01.06.2017
Hunderte Mitarbeiter des Industriegase-Herstellers Linde-AG demonstrieren am 27. April in München gegen die geplante Linde-Praxair-Fusion. Quelle: dpa
München

Linde hat die Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair zum größten Industriegase-Konzern der Welt besiegelt. Gegen alle Proteste der Arbeitnehmerseite stimmte der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns dem Zusammenschluss am Donnerstag in München zu.

Nach der Fusion hätte der Konzern einen Vorstandschef in den USA, käme auf 27 Milliarden Euro Umsatz, 60 Milliarden Euro Börsenwert und weltweit 80.000 Mitarbeiter.

Gegner fürchten Stellenabbau

Die Aktionäre stehen hinter der Fusion, sie erwarten Synergie-Effekte, also Einsparungen, von einer Milliarde Euro jährlich. Dagegen befürchten Betriebsrat und Gewerkschaften einen Stellenabbau vor allem in Europa und den Verlust der Mitbestimmung. Sie lehnen die Fusion entschieden ab. Nun haben sich die Befürworter durchgesetzt.

Hintergrund: Die Gasekonzerne Linde und Praxair

Sauerstoff für Klinikpatienten und für Stahlwerke, Kohlensäure für Sprudelwasser und Stickstoff für die Ölindustrie – Linde macht Gase für fast jeden Zweck. Mit 16,9 Milliarden Euro Umsatz, 1,3 Milliarden Euro Gewinn und knapp 60 000 Mitarbeitern ist Linde weltweit die Nummer zwei der Branche. Der französische Konkurrent Air Liquide hat Linde im vergangenen Jahr mit der Übernahme der US-Firma Airgas vom Spitzenplatz verdrängt.

Praxair mit Schwerpunkt in den USA ist weltweit die Nummer drei. Mit 10 Milliarden Euro Umsatz und 26 000 Mitarbeitern ist der Konzern deutlich kleiner. Damit erwirtschaftet Praxair allerdings sogar noch etwas mehr Gewinn als Linde, ist also viel profitabler. Das liegt vor allem an der breiteren Aufstellung von Linde.

Während sich die Amerikaner ihre Gasanlagen von Ingenieursfirmen bauen lassen und dann die Anlagen mit hohem Profit betreiben, baut Linde auch sehr große und komplexe Industrieanlagen selbst. Die Gewinnmargen im Anlagenbau sind aber grundsätzlich viel niedriger als im Gasegeschäft.

Linde beschäftigt in Deutschland 8000 Mitarbeiter, vom Großraum München über Leuna bis Worms am Rhein. Zur Sparte Anlagenbau gehören rund 3500 Beschäftigte in Pullach bei München, Traunstein und Dresden sowie weitere 3500 im Ausland.

Von RND/dpa