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Wirtschaft Krisen-Airline will keine staatliche Bürgschaft
Nachrichten Wirtschaft Krisen-Airline will keine staatliche Bürgschaft
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20:41 20.06.2017
Air Berlin handelte für seine Flotte günstigere Leasing-Konditionen aus. Quelle: dpa
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Berlin

Selbst Rapper Bushido und Jazztrompeter Till Brönner waren sich zuletzt in ihrer Kritik über den Service bei Air Berlin einig: Bei der Airline sollte sich einiges dringend ändern. Zumindest in die Wirtschaftlichkeit kommt nun Bewegung.

Die hochverschuldete Fluggesellschaft Air Berlin will seine massiven Finanzprobleme nun doch ohne staatliche Bürgschaften in den Griff bekommen. Vorstandschef Thomas Winkelmann äußerte am Dienstag gegenüber dem „Tagesspiegel“: „Eine Absicherung von Krediten durch die öffentliche Hand ist nicht mehr nötig.“ Die nach der Lufthansa zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft leidet seit Jahren unter einem hohen Schuldenberg und hängt finanziell am Tropf ihres arabischen Großaktionärs Etihad. Die Staatsfluglinie der Vereinigten Arabischen Emirate will seinen knapp 30-prozentigen Anteil allerdings verkaufen. Zuletzt verdichteten sich die Spekulationen, dass der deutsche Branchen-Jumbo Lufthansa seinen nationalen Konkurrenten schlucken könnte.

Ryanair kritisiert mögliche Übernahme als Monopol-Bildung

Dagegen trommelt nun die Billigfluggesellschaft Ryanair, die in der deutschen Airline-Hochzeit ein Quasi-Monopol entstehen sieht. Falls die deutsche Politik eine Aussperrung von Wettbewerbern erlaube, wäre das „staatlich geförderter Protektionismus“, sagte der für kaufmännische Fragen zuständige Manager David O’Brien der „Welt am Sonntag“. Die Lufthansa wiederum stellt den Abbau der Schulden von 1,2 Milliarden Euro als Bedingung an die Berliner.

Bei der Air-Berlin-Hauptversammlung am vergangenen Mittwoch hatte Winkelmann noch betont, die Voranfrage auf Prüfung einer Bürgschaft an die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Berlin gehöre „zu unserer vorausschauenden Unternehmensführung. Wir loten alle Möglichkeiten aus - für alle Fälle.“ Nun erklärte der Manager, Air Berlin habe zuletzt große Fortschritte bei der Neuaufstellung gemacht. Neu ausgehandelte Leasing-Konditionen für die Flugzeug-Flotte sowie erfolgreiche Nachverhandlungen mit Vertriebspartnern hätten die finanzielle Lage in Berlin deutlich entspannt. Winkelmann sprach von Entlastungen von rund 50 Millionen Euro. Ursprüngliches Ziel der Bürgschaftsanfragen sei es gewesen, die Kreditkosten von Air Berlin zu drücken.

Winkelmann entschuldigte sich mit Blick auf die Kunden erneut für die stark gehäuften Verspätungen und Ausfälle im April und Mai. „Wir haben die Lage jetzt wieder im Griff. Aber ich weiß, das Vertrauen der Kunden neu zu gewinnen, braucht Zeit“. Zuletzt hatten der Rapper Bushido und der Jazztrompeter Till Brönner öffentlichkeitswirksam in den sozialen Medien den Service von Air Berlin kritisiert.

Von RND/krö/dpa

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