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Nachrichten Wirtschaft Kieler Wirtschaftsinstitut warnt vor Überhitzung
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12:41 15.06.2017
Neuwagen werden in Bremerhaven für den Transport nach Großbritannien verladen. Die Exporte erhöhen sich laut Prognose um 4 Prozent in diesem und um 4,8 Prozent im nächsten Jahr. Quelle: dpa
Kiel

Die deutsche Wirtschaft läuft heiß und steht an der Schwelle zur Hochkonjunktur. Das schreibt das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in seiner jüngsten Konjunkturprognose, die am Donnerstag in Kiel veröffentlicht wurde. „Die Wirtschaft ist mit überhöhter Drehzahl unterwegs und das bereits im höchsten Gang“, sagte IfW-Konjunkturchef Prof. Stefan Kooths. „Einfach höher schalten geht also nicht.“

Zwar sagen die Kieler Wirtschaftsforscher unverändert 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum für das laufende und 2,0 Prozent für das kommende Jahr voraus. Der moderate Anstieg in diesem Jahr sei jedoch lediglich auf die hohe Zahl von Feiertagen an Werktagen zurückzuführen und läge ansonsten bei 2,0 Prozent. Die deutsche Wirtschaft wachse noch bis 2018 schneller als nachhaltig möglich sei. Die Kapazitäten seien ähnlich überlastet wie zuletzt im Boomjahr 2007 und zu Zeiten des Internet-Booms 1999/2000.

Damit wachse das Risiko für einen Rückschlag. „Der Aufschwung geht nunmehr in sein fünftes Jahr“, sagte Kooths. Zwar sei nicht mit steigenden Zinsen zu rechnen, doch werde die ungewöhnlich lange Aufschwungphase nicht ewig währen. „Eine nach oben vom Potenzial abweichende Produktionstätigkeit muss früher oder später korrigiert werden.“

Bis es soweit ist, gewinnt der Aufschwung in Deutschland zunehmend an Breite. Der private Konsum werde in seinem Wachstum durch steigende Energiekosten etwas gebremst, doch dafür nimmt der Aufschwung bei den Investitionen an Fahrt auf. Die Anlageinvestitionen steigen laut Prognose in diesem Jahr um 2,6 und im nächsten um 4,2 Prozent, die Ausrüstungsinvestitionen legen nächstes Jahr sogar um 5,1 Prozent zu. Zudem erhöhen sich die Exporte demnach durch die Belebung der Weltkonjunktur um 4,0 Prozent in diesem und 4,8 Prozent im nächsten Jahr.

Von RND/dpa