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Wirtschaft Kamenzer hauchen Akkus neues Leben ein
Nachrichten Wirtschaft Kamenzer hauchen Akkus neues Leben ein
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17:53 09.09.2015
Liofit-Mitarbeiter Ingolf Schiel bereitet einen Akku-Pack auf die computergesteuerte Regeneration vor. Quelle: Liofit

"Unsere Hauptzielgruppe sind derzeit vor allem Pedelec-Fahrer", erzählt Chemiker und Liofit-Chef Ralf Günther. Diese Elektrofahrräder werden von recht teuren Lithium-Ionen-Akkus gespeist. Und die verlieren - trotz aller Versprechen der Hersteller, diese Speichertechnologie kenne keinen "Memory-Effekt" - oft schon nach wenigen Jahren bis zur Hälfte ihrer ursprünglichen Ladekapazität und damit auch Reichweite. "Schuld daran sind meist ungünstige Batteriemanagement-Systeme", weiß Günther. Die nämlich laden alle Zellen in einem Akku gleichmäßig - und stoppen den Vorgang, sobald auch nur eine voll ist. Durch kleine Produktionstoleranzen haben aber alle Zellen ein leicht unterschiedliches Fassungsvermögen und diese "Fülldifferenzen" schaukeln sich mit der Zeit hoch.

Wird solch ein scheinbar seniler Akku den Liofit-Experten vorgelegt, nehmen sie ihn auseinander und bearbeiten die einzelnen Zellen nach einem computergesteuerten Schema bis zu zwei Tage lang mit unterschiedlichen Stromstärken. "Am Ende ist der Akku elektrisch und chemisch wie neu, da geben wir ein Jahr Garantie drauf", betont Günther.Ertüftelt haben das Verfahren zwei Autobastler aus Kamenz, die Gebrüder Olaf und Ingo Böttcher, von denen der eine hauptberuflich einen Elektroladen, der andere ein Autogeschäft in der Lessingstadt betreibt. Aufbauend auf der Böttcher-Methode hat Günther, der früher im Arzneimittelwerk Dresden arbeitete, sich aber laut eigenem Bekunden schon immer für Erneuerbare Energien und Elektromobilität interessierte, nun mit drei Kollegen seine Firma geschmiedet. Neben Pedelecs sieht er in nächster Zeit auch akku-getriebene Rollstühle und Rasenmäher als Kandidaten für das Kamenzer Regenerationsverfahren.

"Freilich lohnt sich das nicht für jeden Akku", räumt er ein. "Unsere Refresh-Kur kostet - je nach Typ - an die 200 Euro, da wird wohl kaum einer seine Elektrobohrmaschine zu uns bringen." Man dürfe dabei indes den ökologischen Aspekt nicht vergessen, meint der Liofit-Gründer: "Statt Akkus und Zellen einfach auszutauschen und die Reste zu verschrotten, ist unsere Methode bedeutend umwelt- und ressourcenschonender."

@www.liofit.com

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.07.2013

Heiko Weckbrodt

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