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Wirtschaft Japan will wieder Jagd auf Wale machen
Nachrichten Wirtschaft Japan will wieder Jagd auf Wale machen
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09:45 26.12.2018
Die im September 2013 entstandene Aufnahme zeigt einen Zwergwal, der nach dem Fang von einem Schiff im Hafen abgeladen wird. Japan tritt wie angedroht aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus. Quelle: Uncredited/Kyodo News/dpa
Japan

Japan tritt aus der Internationalen Walfangkommission aus und will den Walfang in seinen Hoheitsgewässern wieder aufnehmen. Wie Regierungssprecher Yoshihide Suga am Mittwoch weiter mitteilte, sollen zugleich die japanischen Walfangexpeditionen in der Antarktis und im Nordwestpazifik eingestellt werden.

Der Walfang in der von Japan beanspruchten 200-Meilen-Zone werde im Juli 2019 nach 30-jähriger Unterbrechung wieder aufgenommen, teilte Suga mit. Dies geschehe „im Rahmen der grundsätzlichen Politik Japans, eine nachhaltige Nutzung lebender Meeresressourcen auf wissenschaftlicher Grundlage zu fördern“, sagte er. Japan habe leider zu dem Schluss kommen müssen, dass ein Kompromiss mit der IWC unmöglich sei.

Japan: Jagd auf Wale dient der Forschung

In den 1980er Jahren hatte die IWC ein Walfangverbot wegen schwindender Bestände verhängt. Japan kämpft seit Jahren darum, wieder kommerziell Wale fangen zu dürfen, weil es die Bestände für ausreichend erholt hält. Ein Antrag dazu wurde im September abgelehnt.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte die japanische Entscheidung und widersprach der Ansicht Tokios, die Walbestände hätten sich hinreichend erholt, um wieder bejagt werden zu können. Das Meeresleben werde inzwischen zudem durch Umweltverschmutzung und Überfischung gefährdet. Suga warf hingegen der IWC vor, sie werde von Tierschützern dominiert. Dabei habe die Kommission das vertragliche Mandat nicht nur zur Erhaltung der Wale, sondern auch zur Entwicklung der Walfangindustrie.

Seit Jahren hat Japan erklärt, seine Jagd auf Wale in der Antarktis und im nordwestlichen Pazifik diene der Forschung. Sie wurde nach einem internationalen Gerichtsurteil 2014 eingeschränkt. Tierschützer betrachten Tokios Darstellung als Vorwand, zumal das Fleisch der Tiere in den Lebensmittelhandel gehe - insgesamt 5000 Tonnen pro Jahr.

Von RND/dpa