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14:32 03.08.2018
Das Durchschnittsgehalt liegt in Deutschland bei 3209 Euro. Quelle: Andrea Warnecke/dpa
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Berlin

 Wie viel verdienen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland im Durchschnitt? Das beantwortet die Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag mit eine Auswertung neuer Daten. Wir haben den Bundesländer-Vergleich für Sie gemacht:

3209 Euro verdient jeder Vollzeitbeschäftigte in Deutschland laut Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich. Wo Arbeitnehmer den höchsten Lohn bekommen, sehen Sie hier.

Die Verdienste der Arbeitnehmer in Deutschland gehen regional weiter stark auseinander und bleiben im Osten klar unter dem Niveau im Westen. Am wenigsten bekamen Vollzeitbeschäftigte Ende vergangenen Jahres im Landkreis Görlitz in Sachsen mit durchschnittlich 2183 Euro brutto im Monat. Bundesweit am besten verdient wurde demnach im bayerischen Ingolstadt mit 4635 Euro.

Der bundesweite Schnitt der Entgelte lag zum Stichtag 31. Dezember 2017 bei 3209 Euro und damit etwas höher als ein Jahr zuvor mit 3133 Euro. Dabei verdienten Vollzeitbeschäftigte im Westen mit nun 3339 Euro im Schnitt weiter spürbar besser als im Osten mit 2600 Euro.

Mindestlohn auf 12 Euro erhöhen?

Die Linke-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann nannte es „beschämend“, dass Ostdeutschland flächendeckend von niedrigen Löhnen gekennzeichnet sei. Aber auch im Westen gebe es abgehängte Regionen. „Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit ihrem erklärten Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen zu unterstützen, darf es nicht bei Lippenbekenntnissen und Ankündigungen bleiben.“ Nötig sei, Tarifverträge und Tarifbindung zu stärken. Der Mindestlohn sollte auf 12 Euro pro Stunde erhöht und Niedriglohnbeschäftigung in Form von Leiharbeit abgeschafft werden.

Der Ostbeauftragte der SPD, Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig, hält es angesichts der deutlichen Lohnunterschiede zwischen Ost und West in Deutschland dringend erforderlich, dass die Bundesregierung Gegenmaßnahmen ergreift.

„Zwischen Ost und West klafft eine deutliche Lücke“ Martin Dulig (SPD) Quelle: dpa

„Dass wir fast dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung trotz gleicher Arbeit und teilweise längerer Arbeitszeiten im Osten immer noch nicht gleiche Löhne in Deutschland haben, ist ungerecht“, sagte Dulig dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Auch wenn man die regionalen Unterschiede berücksichtigt, klafft zwischen Ost und West eine deutliche Lücke. Wir brauchen daher dringend flankierende Maßnahmen und Instrumente, um perspektivisch diese Unterschiede abzubauen“, so der sächsische SPD-Landesvorsitzende gegenüber dem RND.

„Es fehlen häufig wichtige Interessenvertreter der Arbeitnehmer“

Dulig sieht einen Grund für die Misere im Mangel an gelebter Sozialpartnerschaft in den ostdeutschen Ländern. „Es fehlen häufig wichtige Interessenvertreter der Arbeitnehmer. Ich werbe daher sehr für starke Betriebsräte und Gewerkschaften, denn gerade bei uns in Sachsen konnten wir in den vergangenen Monaten bei Bombardier, Siemens und Linde beobachten, wie wichtig ihre Aufgabe ist, um Arbeitsplätze, Tarife und gute Arbeit zu sichern.“

Das sächsische Wirtschaftsministerium, so Dulig, habe beispielsweise entschieden, Firmen, die Tariflöhne zahlen, einen Bonus bei Förderungen einzuräumen. „Mit all unseren Programmen unterstützen wir unsere Unternehmen, damit sie in die Lage versetzt werden, auch bessere Löhne zahlen zu können.“

Kaufkraft variiert bundesweit

Wie hoch Verdienste regional sind, kann von vielen Faktoren abhängen - zum Beispiel, ob es in einer Stadt Unternehmen mit gut bezahlten Jobs gibt. Einfluss auf die Gehaltshöhe hat auch die Qualifikation von Arbeitnehmern. Über die Kaufkraft sagt die Verdiensthöhe allein noch nichts aus - dies hängt von den Lebenshaltungskosten etwa für Miete oder Lebensmittel ab, die sich regional ebenfalls unterscheiden.

Die Statistik erfasst die durchschnittlichen Brutto-Monatsentgelte von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten jeweils zum Stichtag 31. Dezember. Auszubildende sind nicht darunter. Einbezogen werden auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Zulagen und Zuschläge. Regional zugeordnet wird nach dem Arbeitsort. Dabei wird Berlin zu Ostdeutschland gezählt.

Von RND/dpa

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