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12:07 01.12.2016
Jeder sechste Firmengründer in Deutschland hat ausländische Wurzeln – wie der türkischstämmige Unternehmer Eyüp Aramaz. Quelle: Oliver Krato
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Berlin

Das geht aus einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, aus der das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zitiert. Demnach hat sich die Zahl der Selbstständigen mit Migrationshintergrund von 2005 bis 2015 um 171.000 auf 737,000 erhöht. Das entspricht einem Anstieg um 30 Prozent.

Gleichzeitig gab es bei Selbstständigen deutscher Abstammung einen Rückgang um etwa 90.000 Unternehmer oder drei Prozent. „Durch diese Veränderung ist mittlerweile jede fünfte bis sechste unternehmerisch engagierte Person ausländischer Herkunft“, heißt es in der Studie, die am Donnerstag im Rahmen einer Konferenz im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin vorgestellt wird. Sie liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland bereits vor.

„Gründungsboom unter Migranten“

Anders, als ein weit verbreitetes Klischee besagt, sind ausländische Gründer längst nicht nur in der Gastronomie und im Einzelhandel aktiv. Vor allem im Baugewerbe und in den wissens- und technologieintensiven Dienstleistungen verzeichnet die Studie hohe Gründungsaktivitäten von Migranten. „Diese Entwicklung ist ein Zeugnis für eine erhebliche Modernisierung des Leistungsspektrums migrantischer Gründungen“, schreiben die Autoren. Auf Grund des geringeren Ausgangsniveaus sehen sie allerdings auch für die Zukunft weiteres Aufholpotenzial.

Vor allem bei Unternehmensneugründungen in Deutschland spielen Migranten eine immer wichtigere Rolle. Im Jahr 2003 gab es 56.000 Gewerbegründungen von Menschen mit Migrationshintergrund und 369.000 Gründungen von Deutschen. Im vergangenen Jahr hatten 100.000 Gründer ausländische und nur noch 127.000 deutsche Wurzeln. Der Anteil migrantischer Gründungen an allen Gewerbegründungen stieg damit von 13 Prozent im Jahr 2003 auf 44 Prozent im vergangenen Jahr an.

Gabriel: „Wir brauchen mehr Gründer“

Die Studienautoren diagnostizieren einen regelrechten „Gründungsboom“ unter Migranten. Die wenigsten dieser Gründungen erfolgten aus Not heraus. Gerade einmal acht Prozent der gründenden Migranten waren zuvor als Arbeitslose registriert.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zeigte sich mit den Ergebnissen der Studie hochzufrieden. „Wir brauchen in Deutschland mehr Gründerinnen und Gründer“, sagte der Sozialdemokrat dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Sie bringen neue Innovationen, schaffen Arbeitsplätze und sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft“, fügte Gabriel hinzu. „Umso mehr freut es mich, dass Gründerinnen und Gründer mit ausländischen Wurzeln weiter am Ball bleiben und einen immer wichtigeren Platz in unserer Gründungslandschaft einnehmen“, so der Minister.

Von RND/Andreas Niesmann

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