Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft IfW hebt Prognose 2016 an - Flüchtlinge erst langsam in Arbeit
Nachrichten Wirtschaft IfW hebt Prognose 2016 an - Flüchtlinge erst langsam in Arbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:27 15.12.2015
Eine Schülerin aus dem afrikanischen Guinea absolviert in der Metallwerkstatt der Allgemeinen Berufsschule in Bremen einen Kurs im E-Schweißen. Flüchtlinge werden nach Einschätzung des IfW in Kiel nur langsam Fuß auf dem deutschen Arbeitsmarkt fassen. Quelle: Ingo Wagner/Archiv
Anzeige
Kiel

Flüchtlinge werden nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) nur zögerlich und in geringer Zahl am deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen. Die Kieler Ökonomen erwarten zwar 2015 bis 2017 in Deutschland insgesamt rund 2,7 Millionen Flüchtlinge.

Durch ihren Zuzug wird nach den IfW-Berechnungen die Zahl der potenziellen Erwerbspersonen im Jahresdurchschnitt 2017 aber nur um rund 470 000 höher sein als ohne Flüchtlingsmigration. Tatsächlich einen Arbeitsplatz dürften aber nur monatlich zwei Prozent der Flüchtlinge finden, prognostiziert das Institut. Unter dem Strich wären das 2017 kumuliert rund 94 000 Erwerbstätige - oder eine Beschäftigungsquote von 20 Prozent.

Die Wachstumsprognose 2016 für Deutschland hat das Institut von 2,1 Prozent auf 2,2 Prozent angehoben. Die Ausgaben für Flüchtlinge werden aber nur kurzfristig einen stimulierenden Effekt auf die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts haben, teilte das IfW am Montag in Kiel mit. Für 2015 und 2017 beließen die Wissenschaftler ihre Prognosen bei unverändert 1,8 Prozent beziehungsweise 2,3 Prozent Wachstum.

Am Arbeitsmarkt wird sich der Rückgang der Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent (2015) in den kommenden beiden Jahren mit einer Quote von jeweils 6,3 Prozent kaum noch fortsetzen. Zwar werde die Erwerbstätigkeit kräftig zulegen, gleichzeitig aber auch das Angebot an Arbeitskraft durch die Migration steigen.

Um Flüchtlinge leichter in Arbeit zu bringen, schlägt IfW-Präsident Dennis Snower staatliche Lohnsubventionen über Beschäftigungsgutscheine vor. "Damit sinken die Kosten für den Arbeitgeber", sagte Snower. "Der Unternehmer kann den Mindestlohn zahlen und hat dennoch niedrigere Kosten für eine begrenzte Zeit, in der sich der Flüchtling einarbeiten kann." Auf diese Weise könnten auch Sozialhilfekosten gesenkt werden.

"Treibende Kraft hinter dem Aufschwung ist nach wie vor der starke private Konsum und eine anziehende Investitionstätigkeit", berichtete das IfW. Hohe Einkommenszuwächse, niedrige Ölpreise, Rentenerhöhungen und Steuersenkungen stärken demnach den Konsum. Die Verbraucherpreise werden nach IfW-Erwartung erst in den nächsten beiden Jahren mit 1,2 Prozent (2016) und 1,8 Prozent (2017) stärker zulegen (2015: 0,3 Prozent). Der deutsche Außenhandel soll "trotz eines enttäuschenden dritten Quartals" auf Expansionskurs bleiben.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Dezember zum zweiten Mal in Folge aufgehellt. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sei um 5,7 Punkte auf 16,1 Zähler gestiegen, teilte das ZEW am Dienstag in Mannheim mit.

15.12.2015

Probleme mit der Halbleitertechnik drücken auf die Bilanz des Optik-Konzerns Carl Zeiss. Zwar stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2014/15 (30. September) um 5 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag in Stuttgart mitteilte.

15.12.2015

München (dpa) - Teure Uhren, edle Designermode - die Euroschwäche hat in diesem Jahr viele zahlungskräftige Touristen zur Einkaufstour nach Europa gelockt. Gerade für Luxus-Shopper aus den USA und noch mehr aus China seien die Millionenstädte in Europa dank des günstigen Wechselkurses derzeit besonders attraktiv, ergab eine am Dienstag in München veröffentlichte Studie der Beratungsfirma Bain & Company und des italienischen Luxusgüterverbands Fondazione Altagamma.

15.12.2015
Anzeige